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Kontrovers diskutiert: Heliskiing in den Alpen

Zwar verbindet man mit Heliskiing die endlosen Dimensionen der kanadischen Gebirgszüge, doch auch in den Alpen wird es betrieben und führt regelmässig zu heftigen Diskussionen.
Red. Heliskiing ist ein heikles Thema: Durch die ohnehin hohe Erschliessung mit Aufstiegshilfen in den Alpen führen die energie- und lärmintensiven Helikoptereinsätze dazu, die Belastbarkeit der Alpen ans Limit zu treiben. Deshalb wurde Heliskiing in Deutschland, Frankreich und Teilen Österreichs verboten. In Italien hingegen wird es in vereinzelten Gebirgsprovinzen mehr oder weniger intensiv betrieben und in der Schweiz besteht sogar ein ganzes Netzwerk an Angeboten, mit dem SkifahrerInnen ohne schweisstreibenden Aufstieg in den Genuss von Pulverschneeabfahrten kommen.
Helikopterflüge sind heutzutage nicht mehr aus den Alpen wegzudenken: Sie leisten in der Bergwacht lebensrettende Dienste und ermöglichen mit Versorgungs- und Materialtransporten die Erschliessung vieler Berghütten. In der Regel ist man dabei bemüht, die teuren Flugbewegungen in vertretbaren Massen zu halten.
Die Verwendung des Helikopters zur Erschliessung weiterer unerschlossener Berghänge für Tiefschneefreunde macht zwar nur etwa 2 % der Flugbewegungen im Alpenraum aus, doch jede Störung in unerschlossenen und unberührten Berggebieten ist für die dort lebenden Wildtiere eine Störung zu viel.
Aus sportethischer Sicht ist Heliskiing ein verwerflicher Luxus einiger weniger, der das Bergleben vieler anderer beeinträchtigt. Und immerhin geht es in der Schweiz um 15'000 Heliskiingflüge pro Jahr.
Die Schweiz verfügt über 42 für touristische Zwecke genutzte Gebirgslandeplätze, wovon 32 für Heliskiing genutzt werden. Die Hälfte der Plätze liegt in oder unmittelbar an geschützten Gebieten nationaler Bedeutung, weshalb das Heliskiing in der Schweiz regelmässig zu Diskussionen führt. Dazu kommt eine hohe Zahl illegaler Heliskiingflüge im gesamten Alpenraum.
Das Schweizer Bundesamt für Zivilluftfahrt legte im Spätsommer einen Entwurf zur Überprüfung der touristischen Gebirgslandeplätze vor. Dieser wird von Seiten des Naturschutzes heftig kritisiert, weil darin die bestehenden Schutz- und Nutzungskonflikte nicht gelöst werden. Ziel sollte sein, die Erschliessung des Hochgebirges auf notwendige Rettungs- und Arbeitseinsätze zu reduzieren und die ungestörten Gebirgslandschaften zu bewahren.
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