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Ein kräftiger Schub für die nachhaltige Entwicklung

Die CIPRA-International hat Grosses vor. Ihr Projekt "Zukunft in den Alpen" sammelt das aktuelle Alpenwissen, will es dem ganzen Alpenraum zugänglich machen und damit Projekte für die nachhaltige Entwicklung im Alpenraum ankurbeln.
Wenn einer eine Reise tut.... Gleich zu fünft reist das Leitungsteam von "Zukunft in den Alpen" in die Alpenländer, um möglichst viel zu erfahren. CIPRA-Geschäftsführer Andreas Götz erzählt: "Nach Vorarbeiten in Birmensdorf und Schaan haben wir in Grenoble, Mailand, Ljubljana, München und Salzburg Leute besucht, die für die Weiterarbeit am Projekt wichtig sind: Kulturschaffende, Professoren, Tourismus- und Landwirtschaftsfachleute und Verbandsvertreter." Diese Treffen sind der erste Schritt, um das "Alpenwissen" zu sammeln. Die Infos und Ideensammlungen sollen gut aufbereitet und leicht zugänglich sein, damit daraus alpenweit nachhaltige Projekte entstehen. Andreas Götz erklärt die Grundidee: "Es gibt viele gute Projekte, die interessierte Leute im Nachbarland nicht kennen. Und nützliche Studien geben wertvolle Anregungen, die nie umgesetzt werden. Das wollen wir ändern, und zwar mit einem ambitiösen Projekt über dreieinhalb Jahre. Die nachhaltige Entwicklung im Alpenraum soll kräftigen Rückenwind erhalten." Möglich ist dies dank der MAVA Stiftung für Naturschutz, die rund 2.4 Millionen Euro bereitstellt.

Vernetzung für die Zukunft
Im Leitungsteam wirken neben Götz sein Stellvertreter Michel Revaz, CIPRA-Mitarbeiterin Aurelia Ullrich, Projektmanager Wolfgang Pfefferkorn und als Vertreterin der eidgenössischen Forschungsanstalt WSL Karin Hindenlang mit. "Wir sind eher spezialisiert auf Umwelt, Natur und Wirtschaft", erläutert Götz, "und deshalb war es bei unseren Reisen besonders anregend, Historiker, Soziologinnen und Kulturfachleute zu treffen. Die Vernetzung hat schon begonnen, viele dieser Leute kannten einander nicht!"
Das Team klärte ab, welche Informationsbedürfnisse bestehen. "Wir wollen unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden", sagt Götz, "Persönliche Treffen an internationalen Tagungen sind wertvoll, aber aufwendig. Deshalb braucht es Workshops in jedem Land. Parallel dazu sind Dokumentationen notwendig: Broschüren, Bücher, eine Internetdatenbank und Ausstellungen."

Alle Wege führen zur CIPRA
Das Team trägt nun systematisch den Stand des Wissens und erfolgreiche Projektbeispiele zusammen. Was soll dann damit geschehen? Projektmanager Wolfgang Pfefferkorn erklärt es: "Nehmen wir an, eine Alpenregion will Mobilitätsprobleme lösen. Es gibt dazu passende Beispiele aus anderen Regionen, bloss: wer kennt die schon? Wir denken nicht, dass wir für lokale Verantwortliche die erste Auskunftsdresse sein werden. Aber diese kontaktieren Fachleute in ihrer Nähe, etwa einen Regionalplaner. Dort kennt jemand "Zukunft in den Alpen". Unser Ziel ist es, dass diejenigen, die Informationen suchen, über 2-3 Stationen bei der CIPRA und "Zukunft in den Alpen" landen." Dafür sollen 2007/08 Dokumente in allen Alpensprachen vorliegen. Pfefferkorn betont: "Die unterschiedlichen Kulturen im Alpenraum sind eine Chance, voneinander zu lernen." Eine gute Gelegenheit, dies persönlich auszuprobieren, ist die diesjährige CIPRA-Tagung in Brig (s. Seite 12), die als gemeinsame Veranstaltung von CIPRA-Schweiz und "Zukunft in den Alpen" durchgeführt wird.

Christa Mutter

Sechs Fragen, tausend Antworten
Das Projekt geht die wesentlichen Fragen des Alpenraums parallel an. Deshalb ist "Zukunft in den Alpen" in sechs Themenkreise aufgeteilt:
1. Regionale Wertschöpfungsketten, z.B. in Landwirtschaft und Tourismus
2. Regionale Identitäten und soziale Handlungsfähigkeit
3. Grossschutzgebiete als Instrumente der nachhaltigen Entwicklung
4. Mobilität (Freizeit-, Tourismus-, Pendlerverkehr)
5. Neue Formen der Entscheidungsfindung bei Raumnutzungsansprüchen
6. Auswirkung und Weiterentwicklung von Politiken und Instrumenten.