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Hochgebirgserschliessungen gegen die Klimaänderung?

Seit 1996 kämpften Seilbahnbetreiber und Regionalvertreter für den Ausbau des Skigebietes auf der Lauchernalp (Lötschental/Wallis/Schweiz). Mit dem Argument der Schneesicherheit wurde die Erschliessung des über 3000 Meter hohen Hockengrates über den Milibachgletscher vorangetrieben.
Obwohl dieser nach Süden ausgerichtete Gletscher wegen der fortschreitenden Klimaerwärmung immer schneller wegschmelzen wird, wurde die neue Seilbahn gebaut und Ende 2003 eröffnet. Der Opposition von Naturschutzseite war kein Erfolg beschieden und zum Schluss hatte die schweizerische Regierung eine Beschwerde der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz abgelehnt.
Die regionalen Verantwortlichen argumentierten damit, dass der Ausbau des einzigen Skigebietes für das kleine Lötschental überlebenswichtig sei. Das Gegenargument der Kritikerinnen und Kritiker, dass da angesichts steigender Temperaturen die Probleme nur hinausgeschoben werden, half nicht. Ebenso wenig nützte die Tatsache, dass die futuristisch anmutende Bergstation der neuen Seilbahn an der Rand des eben eröffneten UNESCO-Weltnaturerbegebietes Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn gebaut wurde. So wurde diese Hochgebirgserschliessung realisiert und gleichzeitig ein schönes Wander- und Skitourengebiet zerstört.
Ein Jahr nach der Eröffnung gab die Natur denen, die den Ausbau abgelehnt hatten, erstmals Recht: Wegen des Schneemangels auf dem Gletscher (!) konnte am Hockengrat Ende November 2004 die Skisaison nicht termingerecht eröffnet werden. Dies als kleiner Vorgeschmack dessen, was auch anderen Gletscherskigebieten in Zukunft vermehrt blühen könnte.

Alpenkonvention: Protokoll Tourismus: Artikel 6 (1)
Die Vertragsparteien beziehen die Anliegen des Naturschutzes und der Landschaftspflege in die Tourismusförderung ein. Sie verpflichten sich, möglichst nur landschafts- und umweltschonende Projekte zu fördern.
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