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Zukunft des alpenquerenden Verkehrs aus Schweizer Sicht

Mit Annahme der Volksinitiative zum Schutz des Alpengebietes vor dem Transitverkehr hat die schweizer Bevölkerung ein klares Zeichen gesetzt. Als Folge davon soll die Zahl der Fahrten schwerer Strassengüterfahrzeuge durch die Schweizer Alpen auf jährlich 650'000, d.h. die Hälfte des heutigen Wertes, vermindert werden.
Gleichzeitig werden Neu- und Ausbau von alpenquerenden Transitstrassen grundsätzlich untersagt. Diese Bestimmung ist restriktiver als die entsprechenden Ausführungen in Art. 11 des Verkehrsprotokolls.
Verkehrsverlagerung auf die Schiene als höchste Priorität
Als Folge der Annahme der Alpenschutzinitiative und anderer Volksentscheide hat die Schweiz eine spezifische Güterverkehrspolitik entwickelt, welche darauf abzielt, das gesetzte Ziel durch Verlagerung auf die Schiene zu erreichen. Dies soll durch Setzen entsprechender Anreize ohne Zwangsmassnahmen erfolgen.Die Politik zur Erreichung der angestrebten Verlagerung beruht im wesentlichen auf drei Pfeilern: die leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe LSVA, der Ausbau der Eisenbahninfrastruktur, die Bahnreform. Zudem wurde eine Reihe flankierender Massnahmen beschlossen (Schwerverkehrskontrollen, Trassenpreissubventionen etc.). Obwohl stark von der Transitverkehrspolitik geprägt, beeinflussen die ergriffenen Massnahmen den gesamten schweizerischen Güterverkehr. Die LSVA ist am 1.1.2001 in Kraft getreten, die Bahnreform wird schrittweise umgesetzt, der erste der beiden Basistunnel voraussichtlich 2007 eröffnet.
Teilziel erreicht, Endziel noch nicht in Sicht
Als Folge der ergriffenen Massnahmen, z.T. wohl auch aufgrund der schwachen Konjunktur, hat sich die Zahl alpenquerender Strassengüterfahrzeuge stabilisiert. Damit wurde das erste Teilziel erreicht. Noch deutlicher waren die Auswirkungen im gesamtschweizerischen Verkehr, wo ein deutlicher Rückgang der entsprechenden Fahrleistung festgestellt werden konnte. Dieser ist primär auf Effizienzsteigerungen im Strassentransportgewerbe zurückzuführen, die Verkehrsleistung der Schiene blieb praktisch konstant. Mit der vorgesehen Erhöhung der LSVA im Jahr 2005 und der anschliessenden Eröffnung des Lötschbergbasistunnels werden die Voraussetzungen für eine zunehmende Verlagerung auf die Schiene weiter verbessert. Ohne deutliche Verbesserung der Qualität des Schienenangebots im internationalen Verkehr (Stichwort Zuverlässigkeit) dürfte das ambitiöse Ziel einer Halbierung des Strassengüterverkehrs auf den Transitachsen indessen nur schwer zu erreichen sein.
Quelle: CIPRA-Info 70