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Ausflug nach Balme, 1'430 m

Balme, Valli di Lanzo, Piemont, Italia

Mineralwasser, Tourismus und neue Strassen

Landschaften verändern sich über Generationen. Junge Erwachsene erfahren viel über die Veränderung von Landschaften, wenn sie der älteren Generation zuhören. So geschehen im September 2019 in Balme, Italien.

Es ist ein typischer Herbsttag, in den Bergen ist bereits der erste Schnee gefallen. Die jungen Teilnehmer des Projekts «Living Labs» lernen die Vergangenheit und Gegenwart von Balme kennen. Sie sehen die Veränderungen, die das Gebiet in den letzten Jahrzehnten durchgemacht hat, und sprechen mit ZeitzeugInnen. «ReCognize» – Wiedererkennen ist das Thema ihrer Exkursion an diesem 6. September 2019.

Der Pensionist Michele erzählt, dass sich auf dem Areal des heutigen Mineralwasserwerks einst ein Touristendorf mit Wiesen befand. Er hat die Veränderung der Landschaft an diesem Ort mit eigenen Augen miterlebt. Als Kind mähte er die Rasenflächen, später arbeitete er in der Fabrik. Heute arbeitet auch seine Tochter dort.

Die 64-jährige Sennerin Polly hängt sehr an ihren Tieren und ihrer Weide. Bis in die 1950er Jahre lebten mehr als 40 Menschen im Weiler Li Frè. Jetzt ist Polly während der Sommermonate die einzige Bewohnerin der Gemeinde.

Paola ist die letzte Trafikantin im Ort. In ihren mehr als 80 Lebensjahren hat sie drastische Veränderungen durch den Tourismus erlebt. Sie erinnert sich an wohlhabende Familien aus Turin und Genua, die zwei oder drei Monate hier verbrachten. Heute gebe es vor allem Wochenend-Tourismus, wie sie feststellt. Der Bürgermeister Gianni Castagneri begrüßt die Gruppe am Pian della Mussa, einer bei Touristen sehr beliebten Hochebene. Seit dem 9. Jahrhundert leitet dort ein Aquädukt Trinkwasser bis nach Turin. «Mit dem Bau des Aquädukts entstand auch die Straße. Und mit der Straße begann einige Jahrhunderte später der Massentourismus», sagt der Bürgermeister. Bis vor wenigen Jahren parkten hier überall Touristenautos. Dann begann die Gemeinde damit, Parkgebühren einzuheben. Inzwischen hat sich die Situation gebessert.

Begleitet werden die jungen Erwachsenen von Dino Genovese und Francesco Pastorelli. Genovese ist Landschaftsexperte und Vorstandsmitglied bei CIPRA Italien, Pastorelli führt dort die Geschäfte. «Hier erkennen die jungen Erwachsenen, dass die Landschaft das Ergebnis der Interaktion des Menschen mit der Natur ist», sagt Pastorelli. «Einige Veränderungen vollziehen sich über einen langen Zeitraum, andere passieren innerhalb weniger Jahre.»

Die Veranstaltung wurde im Rahmen des Projekts «Living Labs» durchgeführt und von Erasmus+ gefördert.

Ausgangspunkt: Balme, Dorf Albaron, Mineralwasserwerk. Ankunftsort: Pian della Mussa

Höhenunterschied: 350 m

Anforderungen: leichte Wanderung zwischen den verschiedenen Dörfern der Gemeinde.

Einkehr/-Übernachtungsmöglichkeit: In Gasthof Trattoria Alpina, in der Berghütte Rifugio Città di Ciriè e und beim Bauernhof Agriturismo La Masinà auf der faszinierenden Hochebene Pian della Mussa.

Wegbeschreibung: Von Turin aus in die Lanzo-Täler. Weiter ins Val d'Ala, Balme ist das letzte Dorf im Tal. Vom Weiler Cornetti di Balme erreicht man über einen Fussweg die Pian della Mussa in ca. 1 h 20. Vom Weiler Cornetti erreicht man auch den Weiler Li Frè in wenigen Minuten.

Weitere Details und Informationen: ReCognize (it), Living Labs, Re-Imagine Alps

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