Alpenkonvention

Die Alpenkonvention ist ein Staatsvertrag zur Gewährleistung des Schutzes und einer nachhaltigen Entwicklung des Alpenraums. Sie wurde am 7. November 1991 von Österreich, Frankreich, Deutschland, Italien, Liechtenstein, der Schweiz und der EU in Salzburg/A unterzeichnet. Slowenien unterzeichnete die Konvention am 29. März 1993. Monaco trat der Konvention aufgrund eines Zusatzprotokolls bei. Die Konvention trat am 6. März 1995 in Kraft. Die Alpenkonvention ist ein völkerrechtlicher Vertrag für den umfassenden Schutz und die nachhaltigen Entwicklung der Alpen. Sie ist auf Anregung und nach langer Vorarbeit der CIPRA entstanden.

Protokolle

Die allgemein gehaltene Rahmenkonvention, die inzwischen von allen Vertragsparteien ratifiziert wurde, wird durch so genannte Durchführungsprotokolle konkretisiert. Durchführungsprotokolle (> alpconv.org) sind für zwölf Bereiche vorgesehen, für acht dieser Fachthemen bestehen sie bereits:

  • Raumplanung und nachhaltige Entwicklung
  • Naturschutz und Landschaftspflege
  • Berglandwirtschaft
  • Bergwald
  • Tourismus
  • Energie
  • Bodenschutz
  • Verkehr

Die Durchführungsprotokolle sind noch nicht von allen Staaten unterzeichnet und ratifiziert (siehe Stand Ratifizierung). Für folgende vier Fachthemen wurden noch keine Protokolle ausgearbeitet: Bevölkerung und Kultur, Luftreinhaltung, Wasserhaushalt und Abfallwirtschaft. Zum Thema "Bevölkerung und Kultur" wurde eine Deklaration formuliert wie auch zum Klimawandel.

Neben den Durchführungsprotokollen gibt es ferner zwei prozedurale Protokolle - zum einen zur Aufnahme von Monaco als Vertragspartei der Alpenkonferenz, das zweite themenunabhängig zur Beilegung von Streitigkeiten zwischen den Vertragsparteien:

  • Streitbeilegung
  • Monaco

Ständiges Sekretariat der Alpenkonvention

Seit dem Jahr 2003 verfügt die Alpenkonvention über ein "Ständiges Sekretariat", welches seinen Sitz in Innsbruck hat.

Überprüfungsausschuss der Alpenkonvention

In ihrer Rolle als Beobachterorganisation beteiligt sich CIPRA International seit 2005 an der Arbeit des Überprüfungsausschusses. 2014 reichte die Organisation zum ersten Mal ein Ersuchen zur Überprüfung einer vermuteten Nichteinhaltung der Alpenkonvention ein. Mitgliedsorganisationen und Partner von CIPRA International stellen immer wieder Fragen zur Aufgabe und zur Funktionsweise des Überprüfungsausschusses sowie zu seiner Bedeutung. CIPRA International hat die Erfahrungen und Erkenntnisse aus den letzten Jahren gesammelt und in einem Merkblatt festgehalten. Dieses Dokument soll dabei helfen, den Überprüfungsmechanismus so effektiv und effizient wie möglich zu nutzen, um dazu beizutragen, die Umsetzung der Alpenkonvention zu verbessern. Mehr

News

Renaturierung grenzüberschreitend voranbringen
Renaturierung grenzüberschreitend voranbringen
Ein Workshop der Alpenkonvention hat konkrete Schritte für grenzüberschreitende Renaturierung angestossen. Ziel ist es, gemeinsame Prioritäten über nationale Grenzen hinweg zu definieren.
EU-Tourismusstrategie muss Alpenraum berücksichtigen
EU-Tourismusstrategie muss Alpenraum berücksichtigen
Zur neuen Tourismusstrategie der EU hat die CIPRA im September eine umfassende Stellungnahme eingereicht. Darin kritisiert sie negative Auswirkungen des Massentourismus und fordert eine Stärkung des öffentlichen Verkehrs sowie innovative, regional angepasste Tourismusmodelle.
Trotz Protestaktion - Schwellenwerte für Umweltverträglichkeitsprüfung werden angehoben.
Trotz Protestaktion - Schwellenwerte für Umweltverträglichkeitsprüfung werden angehoben.
Trotz der Protestaktion mit ca. 400 Menschen aus Politik, NGOs, Vereinen und Kulturschaffenden wurde das Dritte Modernisierungsgesetz verabschiedet und damit die Schwellenwerte für die Umweltverträglichkeitsprüfung für Skipisten, Seilbahnen und Beschneiungsanlagen stark angehoben
Jugendparlament: Fünf Beschlüsse für mehr Lebensqualität
Jugendparlament: Fünf Beschlüsse für mehr Lebensqualität
Einwegplastik verbannen, nachhaltige Honigproduktion fördern, mit Tröpfchen bewässern: Diese und weitere Forderungen hat das Jugendparlament der Alpenkonvention (YPAC) Mitte März 2025 in Rosenheim/D beschlossen.
Gemeinsam für die Zukunft der Alpen
Gemeinsam für die Zukunft der Alpen
Am 22. Januar 2025 lud die slowenische Präsidentschaft der Alpenkonvention zur Alpenkonferenz nach Brdo/SI ein. Ein zentrales Thema war die Lebensqualität im Alpenraum, die auch der 10. Alpenzustandsbericht behandelt.
Italien übernimmt 2025 Vorsitz der Alpenkonvention
Italien übernimmt 2025 Vorsitz der Alpenkonvention
Italien bereitet sich auf den Vorsitz der Alpenkonvention für die Periode 2025-2026 vor, während Liechtenstein und Österreich im Jahr 2025 den Co-Vorsitz für die EU-Alpenraumstrategie (EUSALP) innehaben. Nachhaltigkeit und grenzübergreifende Zusammenarbeit stehen im Fokus beider Initiativen.