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Fünfter Deutscher Alpenpreis an Sylvia Hamberger und Dr. Wolfgang Zängl

Bild: CIPRA Deutschland

Der fünfte Deutsche Alpenpreis der Umweltorganisation CIPRA Deutschland geht an Sylvia Hamberger und Wolfgang Zängl. Die beiden Umweltaufklärer haben über vier Jahrzehnte mit Bildern und Bildvergleichen die Veränderungen unserer Umwelt dokumentiert. In Ausstellungen und Büchern machen sie ihre präzisen Wahrnehmungen einer breiten Öffentlichkeit verfügbar. Ihre Arbeiten haben europaweit das Bewusstsein für eine lebendige und lebenswerte Umwelt geschärft.

Sylvia Hamberger und Dr. Wolfgang Zängl gelten zu Recht als Umwelt-Aufklärer, die europaweit das Bewusstsein für die Grenzen unseres Wirtschaftswachstums und dessen Folgen für Umwelt, Natur und Mensch geschärft haben. „Nicht parteipolitisch, aber hochgradig politisch haben sie in zahlreichen Ausstellungen mit Fotovergleichen ihre Kritik an Technik- und Wachstumsgläubigkeit unserer Gesellschaft zum Ausdruck gebracht.“, so Erwin Rothgang, Präsident von CIPRA Deutschland.

Mit den Ausstellungen wollten Hamberger und Zängl nicht nur kurze, aktuelle Akzente setzen“, so Richard Mergner, Landesbeauftragter des Bund Naturschutz in Bayern. „Vielmehr haben sie durch die fortlaufende Archivierung und Ergänzung ihrer Arbeiten beispielsweise im Gletscherarchiv oder im Alpenarchiv ein historisch bedeutsames Gesamtwerk geschaffen, das nicht an Aktualität verliert. “

Prof. Dr. Dominik Siegrist, Leiter des Institutes für Landschaft und Freiraum an der Hochschule für Technik in Rapperswil (Schweiz), hebt in seiner Laudatio hervor, „Die Methode, historische Bildaufnahmen mit aktuellen Fotografien von ein und demselben Standort nebeneinander zu stellen, informiert den Betrachter nicht nur über eine schleichende Entwicklung auf einfache aber doch markante Art und Weise. Sie macht die Besucher der vielen Ausstellungen betroffen und erschreckt zugleich durch ihre tiefe Ästhetik.“

Sylvia Hamberger und Dr. Wolfgang Zängl sind Gründer der „Gesellschaft für ökologische Forschung“ in München. Seit Ende der 1970er Jahre engagieren sie sich ganz im Sinne des Nachhaltigkeitspostulats für eine Aufklärung zu den Auswirkungen der Industrialisierung auf Natur und Umwelt. Der Mensch an sich steht dabei im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Ihre Methode, historische Fotografien neben aktuelle Aufnahmen zu setzen, haben Sie dabei im Laufe der Jahrzehnte immer weiter entwickelt und präzisiert. Ihre jüngsten Arbeiten zu den Auswirkungen des Wintersports auf die Umwelt („Der gekaufte Winter“) und zu den Zusammenhängen von Wirtschaft, Recht und Umwelt bei Bewerbungen um olympische Spielen in den Alpen (Nolympia), haben weit über Deutschland hinaus zu einer Versachlichung der Diskussion geführt.

 

Stellvertretend für ihre umfassende Arbeit seien hier genannt:

  • 1983    Grün kaputt - Landschaft und Gärten der Deutschen
  • 1986    Alptraum Auto - Eine hundertjährige Erfindung und ihre Folgen
  • 1988    Deutschlands Strom - Die Politik der Elektrifizierung von 1866 bis heute; Dissertation
  • 1990    Sein oder Nichtsein - Die industrielle Zerstörung der Natur
  • 1991    Himmel und Hölle - Wir setzen auf die Sonne
  • 1993    Kein schöner Wald
  • 1996    Atom - Energie ohne Zukunft: Zehn Jahre nach Tschernobyl
  • 1998    Schöne neue Alpen
  • 2004    Gletscher im Treibhaus
  • 2007    Rasen im Treibhaus – Warum wir ein Tempolimit brauchen
  • 2010    Aktion und Webseite „Nolympia - Kritische Auseinandersetzung mit der Bewerbung Münchens um die Olympischen Winterspiele 2018
  • 2015    Studie „Der gekaufte Winter“

Deutscher Alpenpreis von CIPRA Deutschland

Mit dem Deutschen Alpenpreis werden herausragende Persönlichkeiten aus Politik, Verwaltung, Verbänden, Wissenschaft oder aus der Bürgerschaft für ihren Einsatz für eine nachhaltige Entwicklung des (deutschen) Alpenraumes gewürdigt. Die Preisträger werden von der Mitgliederversammlung von CIPRA Deutschland vorgeschlagen. CIPRA Deutschland ist ein Dachverband für im deutschen Alpenraum engagierte Umweltverbände.

Bisherige Preisträger des Deutschen Alpenpreises waren

  • Prof. Dr. Klaus Töpfer (2006) geehrt für sein Engagement bei der Entwicklung der Alpenkonvention,
  • Dr. Helmut Karl (2008) geehrt für die Entwicklung des Bayerischen Alpenplans,
  • Dr. Wolfgang Burhenne (2011) geehrt als Gründungsmitglied von CIPRA International für sein über 60 Jahre fortwährendes Umweltengagement,
  • Prof. Dr. Werner Bätzing (2015), geehrt für sein Lebenswerk, die tiefgreifenden soziogeografischen Untersuchungen über den Alpenraum.

 

Hier finden Sie weiterführende Informationen zu einigen Aktionen und Ausstellungen der Preisträger:

Grün kaputt | Rabenverlag | Schöne neue Alpen | Gletscher im Treibhaus | Nolympia | Der gekaufte Winter