AfterAlpineIce

Wie sehen die Alpen ohne Eis und Gletscher aus? Die Klimakrise beschleunigt den Gletscherrückgang und verändert den Alpenraum grundlegend. Was auf den ersten Blick wie ein Wandel des Landschaftsbildes erscheint, hat weitreichende Folgen: Ökosysteme und Wasserhaushalte geraten aus dem Gleichgewicht, die Bodenentwicklung verändert sich, das lokale Klima wandelt sich, und natürliche Prozesse im Hochgebirge werden dauerhaft beeinflusst.

Mit dem Rückzug der Gletscher entstehen auch neue eisfreie Flächen, auf denen sich Pflanzen, Tiere und ganze Ökosysteme ansiedeln können. Diese neu entstehenden Lebensräume stellen den Naturschutz und Schutzgebietsmanagement vor große Herausforderungen. Um geeignete Lösungen zu entwickeln, braucht es das Verständnis dafür, wie sich diese Ökosysteme verändern und welche Folgen der Gletscherrückgang für Mensch und Natur mit sich bringt.

Hier setzt das Projekt AfterAlpineIce an: es bringt Fachleute unterschiedlicher Disziplinen zusammen, um diese Entwicklungen zu erforschen und praxisnahe Lösungen zu entwickeln. Das Projekt untersucht die Auswirkungen des Gletscherrückgangs auf neu eisfreie Flächen und die dort entstehenden Lebensräume. Auf dieser Grundlage werden innovative Managementansätze und konkrete Naturschutzmassnahmen zum Schutz dieser dynamischen Landschaften entwickelt. Ergänzend entstehen Informations- und Kommunikationsangebote für Besucher:innen und die lokale Bevölkerung. Sie unterstützen einen verantwortungsvollen Umgang mit den neuen Umweltbedingungen. Die entwickelten Ansätze werden in ausgewählten Pilotregionen erprobt, so entstehen praxisnahe Lösungen, die sich auf andere alpine Regionen übertragen lassen.

Ziel des Projekts ist es, alpine Schutzgebiete dabei zu unterstützen, die Folgen des Gletscherrückgangs frühzeitig zu erkennen, neu entstehende Ökosysteme zu bewahren und zukunftsfähige Managementansätze zu entwickeln.

Projektpartner:innen:

ALPARC Das Alpine Netzwerk der Schutzgebiete, Naturraumkonservatorium Haute-Savoie, Französische Naturreservat, Nationalparkverwaltung Berchtesgaden, Naturpark Julische Voralpen, Naturpark und Geopark Adamello Brenta, Nationalpark Gran Paradiso, Verein des Sekretariats des Nationalparkrats Hohe Tauern, Nationalpark Triglav, Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), Stiftung UNESCO-Welterbe Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch.

Länder:

Frankreich, Deutschland, Italien, Österreich, Slowenien und die Schweiz.

Ziele:

  • Das Verständnis des Gletscherrückgangs und seiner Auswirkungen auf alpine Ökosysteme stärken.
  • Strategien und Massnahmen entwickeln, um neu eisfreie Flächen und entstehende Ökosysteme nachhaltig zu schützen und zu bewirtschaften.
  • Das Bewusstsein für die Veränderungen in den Alpen schärfen und die Sicherheit von Besucher:innen, Bergsportler:innen und der lokalen Bevölkerung fördern.

Aktivitäten:

  • Analyse von Schutz-, Monitoring- und Managementanforderungen für neu eis- und permafrostfreie Flächen sowie die dort entstehenden Ökosysteme
  • Entwicklung und Umsetzung eines alpinen Aktionsplans mit konkreten Massnahmen zum Monitoring und Management neuer eis- und permafrostfreier Gebiete, einschliesslich Beiträgen zu einem Frühwarnsystem für die Biodiversität
  • Analyse und Identifizierung zentraler Kommunikationsbedürfnisse und Herausforderungen im Kontext des Gletscher- und Permafrost Rückgangs
  • Entwicklung und Umsetzung einer Kommunikationsstrategie zur Sensibilisierung relevanter Zielgruppen für die Veränderungen im Alpenraum

Zielgruppen:

  • Manager:innen und Mitarbeitende alpiner Schutzgebiete
  • Besucher:innen von Gletscherregionen, Bergsportler:innen und die lokale Bevölkerung im Alpenraum
  • Behörden und öffentliche Verwaltungen

Laufzeit:

September 2026 – August 2029

Fördersumme:

2.882.706,25 €

2.008.047,18 € davon kofinanziert von ERDF


Projektsprachen:

Englisch und Alpensprachen

Finanzierung:

Das Projekt ist Teil des Interreg Alpine Space Programms. Das Interreg  Alpenraumprogramm kofinanziert und unterstützt Kooperationsprojekte über die Grenzen von sechs Alpenländern hinweg.

 
Weitere Informationen:

AfterAlpineIce - Alpine Space Programme