CIPRA Vertretungen:

Benutzerspezifische Werkzeuge

  Suchfilter  

Weiterführende Informationen

News

Transit: Verlagerung auf Saumpfade

Umsatteln im Transit: Maultiere transportieren Güter klimaneutral und termingerecht. (c) Pixabay

Durchbruch im Alpentransit: Die Verlagerung des Gütertransports auf Saumpfade soll BewohnerInnen enger Alpentäler von Lärm und Feinstaub befreien.

Zurück zu den Wurzeln des alpenquerenden Güterverkehrs wollen die EU-Verkehrsministerien. Ihr Beschluss, der mit 1. April 2021 in Kraft tritt, macht den Weg frei für eine an ökologischen Zielen orientierte Maut. Wer beispielsweise seine Güter mit Maultieren anstatt auf Lastwagen transportiert, zahlt gar keine Maut – im Gegenteil: Maultiertransporte erhalten ab sofort einen Ökobonus. CIPRA-Vertretungen aller Alpenländer hatten diesen Vorschlag zu Jahresbeginn 2021 gemeinsam vorgelegt. «Die Verlagerung der Gütertransporte von der Strasse auf Saumpfade bedeutet weniger Feinstaub und Lärm für die Menschen vor Ort und führt insgesamt zu einem klimafreundlicheren Transitverkehr», meint CIPRA Geschäftsführer Kaspar Schuler. «Umso mehr freut es mich, dass unser Vorschlag aufgegriffen wurde.» Das bestehende Wegenetz werde von den Alpenvereinen hervorragend gepflegt und stelle eine kostengünstige Alternative dar, wie Schuler argumentiert. «Es macht aus unserer Sicht sowohl ökonomisch als auch ökologisch mehr Sinn, bestehende Wege für den Transit zu nutzen, als neue Autobahnen oder milliardenschwere Eisenbahntunnels zu bauen.»

Einige Transportunternehmen haben bereits umgesattelt und Teile ihres Fuhrparks verkauft. Sie bauen nun Maultierflotten auf, in enger Zusammenarbeit mit BäuerInnen, welche die Tiere züchten. «Es ist einfach das bessere Geschäft für uns», erklärt Transportunternehmer Andreas H. aus Tegernsee/D. «Die Tiere sind genügsam und es gibt keine Terminprobleme aufgrund von Staus mehr.» Selbst die längere Transportdauer spiele keine Rolle, meint er, denn Lebensmittel beispielsweise bleiben an der kühlen Bergluft länger frisch und dienen zum Teil auch als Futter für die Tiere.