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Medienmitteilung

Naturvielfalt in den Alpen stärken

(c) Markus Burtscher

Der im Mai veröffentlichte Bericht des Weltbiodiversitätsrats IPBES weist auf das weltweite Artensterben hin, von dem auch der Alpenraum nicht verschont bleibt. Wie Alpengemeinden und auch Städte ihren Beitrag zum Erhalt der Naturvielfalt leisten können, erproben die beiden Projekte speciAlps und UrbaBio.

Moore, Magerwiesen, Hecken, Biotope oder Wälder sind Beispiele für Naturschätze, die den Gemeinden im Alpenraum in ihrer Vielfalt grossen Wert verleihen. Sie bieten Lebensraum für Tiere, gleichzeitig schätzt der Mensch die Attraktivität und Lebensqualität funktionierender Naturräume. Das Potenzial dieser Räume ist allerdings bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Hier setzt das gemeinsame Projekt «speciAlps» von CIPRA International und dem Gemeindenetzwerk «Allianz in den Alpen» an.

 

Massnahmen in fünf Pilotregionen

Regionales Saatgut sammeln und neue Blühflächen im öffentlichen Raum anlegen – das macht die Pilotregion Grosses Walsertal/A im Projekt speciAlps. «Schon kleine Blühflächen können als ‘Trittsteine’ wichtige Lebensräume für Insekten und Vögel sein», erklärt die regionale Projektbetreuerin Katrin Löning/Österreichisches Ökologie-Institut. Neben dem Walsertal beteiligen sich vier weitere Alpenregionen am Projekt speciAlps: In der französischen Pilotregion «Communauté de communes Alpes Provence Verdon/PNR des Préalpes d’Azur» liegt die Gemeinde Villars-Colmars. Dort entsteht ein neuer Themenweg, an dessen Entstehung auch die Landschaftsplanungs-Studentin Aude Warter beteiligt ist. In dieser Region spiele Alpwirtschaft eine wichtige Rolle, erklärt Warter. «Dieser Weg ist daher eine ausgezeichnete Möglichkeit, Wanderer und Familien neugierig auf die Natur in diesem Tal zu machen.» Ähnliche Wege geht auch Valli Valdesi im Piemont/IT mit geplanten Lehrpfaden und Führungen im Natura 2000 Gebiet, begleitet von Workshops und einer Informationskampagne an Schulen. «Die Menschen in den Alpen sitzen auf einem versteckten Schatz und erkennen oder wissen oft nichts von seinem Wert», sagt Francesco Pastorelli, Betreuer der speciAlps-Pilotregion im Piemont. Schulkindern Verständnis für ökologische Zusammenhänge erklären und ihr Bewusstsein für geschützte Gebiete stärken – das will die zweite italienische Pilotregion im Friaul, wo auch das UNESCO-Weltkulturerbe «Dolomiti Friulani» liegt. «Das Projekt speciAlps gibt uns die Möglichkeit, interdisziplinäre Bildungskurse durchzuführen, in denen Kinder die Möglichkeit haben, Forschungswerkzeuge für sich und andere zu entwerfen, zu experimentieren und herzustellen», erklärt Chiara Aviani vom «Ecomuseo Lis Aganis» in der Pilotregion Valli e Dolomiti Friulani/IT. Auf nachhaltige Landwirtschaft konzentriert sich die Pilotregion «Slovenske Alpe» in Kranjska Gora und Kamnik/SL. Dort wird eine Modellwiese gepachtet und der Zustand ihrer biologischen Vielfalt über den Zeitraum von fünf Jahren beobachtet.  «Das Projekt speciAlps ermutigte uns, die Bedeutung der Natur, ihre Erhaltung und Bedrohungen in der Gemeinde zu diskutieren», erzählt Barbara Strajnar, die das Projekt für die Gemeinde Kamnik betreut. Es habe auch die Idee gefördert, die Errichtung eines Schutzgebiets in den Kamnik-Savinja-Alpen fortzusetzen. Ihre Kollegin Vida Cerne aus Krajnska Gora fügt hinzu: «Wir möchten den Menschen in der Region zeigen, dass die Natur nicht der ‚Feind des Menschen’ ist, sondern Lebensgrundlage. Naturschutz ist sowohl für Tourismus als auch für die wirtschaftliche Entwicklung ein sehr wichtiger Aspekt.» Die zweite Treffen zum Erfahrungsaustausch der fünf Partnerregionen fand vom 17. bis 19. Juni in Fenestrelle, Piemont/IT statt.  

 

Erfahrungsaustausch zwischen Alpenstädten

Während speciAlps durch konkrete Massnahmen die Naturvielfalt in Alpengemeinden fördert, stärkt UrbaBio die Biodiversität durch den Erfahrungsaustausch zwischen Alpenstädten. Beide Projekte wollen Natur und Mensch wieder näher zueinander bringen. Claire Simon vom Verein «Alpenstadt des Jahres» zufolge nehmen Städte immer mehr Raum ein, weshalb es wichtig sei, dass sie die biologische Vielfalt berücksichtigen. «Sei es durch die ökologische Bewirtschaftung von Grünflächen, in der Stadtplanung oder durch die Einbeziehung der Bürger.» In Annecy/F, einer von vier Partnerstädten im Projekt UrbaBio, spielen zum Beispiel die für Gärten und Grünanlagen verantwortlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine zentrale Rolle. Sie wollen beispielsweise den Fluss Thiou renaturieren und öffentliche Gemeinschaftsgärten anlegen.

Die Alpenstädte haben erkannt, dass sie selbst einen Beitrag zum Erhalt von Naturräumen und Naturvielfalt leisten können. Im Projekt Urbabio lernen sie voneinander, wie das gehen kann. VertreterInnen der am Projekt UrbaBio beteiligten Städte trafen sich bei vier Studienreisen in den teilnehmenden Alpenstädten Annecy/FR, Belluno/IT, Chambéry/FR und Trento/IT.

 

Weitere Informationen zu beiden Projekten:

www.cipra.org/de/specialps

www.alpenstaedte.org/de/projekte/urbabio

 

Diese Mitteilung, druckfähige Pressebilder stehen zum Download bereit unter: www.cipra.org/de/medienmitteilungen 

 

Rückfragen sind zu richten an:
Magdalena Holzer, Projektleiterin CIPRA International, magdalena.holzer@cipra.org, +423 237 53 13

 

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Die Internationale Alpenschutzkommission CIPRA ist eine nichtstaatliche Dachorganisation mit nationalen Vertretungen und einer regionalen Vertretung in den sieben Alpenländern. Sie vertritt über 100 Verbände und Organisationen. Die CIPRA arbeitet für eine nachhaltige Entwicklung in den Alpen und setzt sich für die Erhaltung des Natur- und Kulturerbes, für die Erhaltung der regionalen Vielfalt und für Lösungen grenzüberschreitender Probleme im Alpenraum ein. (462 Zeichen inkl. Leerzeichen)

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