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Medienmitteilung

Energie und Natur in den Alpen: ein Balanceakt

Die Alpen bieten großes Potenzial für die Gewinnung erneuerbarer Energie. Gleichzeitig steigt dadurch der Druck auf die Natur. Die Partner des internationalen Projekts recharge.green liefern Lösungsansätze, wie dieser Spagat gelingen kann. Sie präsentieren ihre Ergebnisse bei der Abschlusstagung vom 20. und 21. Mai 2015 in Sonthofen/D.

Nutzen wir Wasser, Biomasse, Wind und Sonne in den Alpen zur Energieproduktion, ist das gut fürs Klima. Die Gewinnung erneuerbarer Energien kann sich aber auch negativ auswirken auf die vielfältigen Leistungen der Natur, wie zum Beispiel sauberes Trinkwasser. Das Projekt recharge.green trägt bei zu nachhaltig genutzten Landschaften, in denen Ökosysteme weiterhin funktionieren und Leistungen für Menschen erbringen, und in denen gleichzeitig die Energieerzeugung optimiert wird.

Die ExpertInnen von recharge.green schätzten das Potenzial erneuerbarer Energie aus Wind, Wasser, Wald-Biomasse und Solarkraft in den Alpenländern ein. Sie entwickelten Szenarien, um eventuelle Zielkonflikte mit Naturschutz, Umweltschutz und anderen Ökosystemleistungen zu erkennen. Entwickelt wurde auch ein Entscheidungshilfesystem für PolitikerInnen und Energieerzeuger. Dieses ermittelte beispielsweise, dass die Wasserkrafterzeugung um zehn Prozent in einer wirtschaftlich und ökologisch tragfähigen Weise erhöht werden könnte. „Die Ergebnisse, die unser Entscheidungshilfesystem generiert, sind nur eine Diskussionsgrundlage. Entscheidungen sind erst dann ausgewogen, wenn alle betroffenen Akteure angehört und die Lösung entschieden wurde, die für alle Parteien den größtmöglichen Konsens bietet“, beschreibt Chris Walzer von der Veterinärmedizinischen Uni Wien die Herausforderung.

Fischfreundlichere Wasserkraftnutzung

Um sicherzustellen, dass die Projektergebnisse in die Praxis umgesetzt und anhand von konkreten Erfahrungen optimiert werden können, haben die Partner von recharge.green die Instrumente und Modelle in Pilotgebieten getestet und die Übertragbarkeit auf andere Alpenregionen geprüft. Die Pilotgebiete haben lokale und regionale Interessengruppen sowie die Öffentlichkeit über die Ergebnisse informiert. In Bayern beispielsweise wurde die Nutzung der Wasserkraft an der Oberen Iller untersucht und unterschiedliche Maßnahmen zur Verbesserung des (fisch-)ökologischen Potenzials wurden erarbeitet, wie Gerhard Haimerl von der Bayerische Elektrizitätswerke GmbH erklärt.

Internationale Aufmerksamkeit für die Projektergebnisse

Unter dem Motto „Energie und Natur in den Alpen: ein Balanceakt“ stellen die Projektpartner am 20. und 21. Mai 2015 bei der Abschlusstagung in Sonthofen/D ihre Ergebnisse der Öffentlichkeit vor. Die rund 100 TagungsteilnehmerInnen aus allen Alpenländern erleben eine Demonstration des von recharge.green entwickelten Entscheidungshilfesystems. VertreterInnen aus den Pilotgebieten berichten von ihren Erfahrungen mit Prozessen zur Konfliktlösung, die bei Zielkonflikten zwischen Energienutzung, Natur und Landschaft entstehen. Externe Beiträge, beispielsweise von der Schweizer Expertin Astrid Björnsen Gurung und von Georg Bayerle, Spezialist des Bayerischen Rundfunks für Berge und Umwelt, bereichern das Programm.

Kontakt:

Chris Walzer, federführender Partner von recharge.green
Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie, Veterinärmedizinische Universität Wien
chris.walzer@fiwi.at
+43 1 489091 5180, + 43 664 105 49 67

Aurelia Ullrich-Schneider, Kommunikationsbeauftragte recharge.green
CIPRA International, Schaan, Liechtenstein
aurelia.ullrich@cipra.org
+423 237 53 08, +43 699 113 377 24

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