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Medienmitteilung

Die Zukunft der Alpen beginnt hier und jetzt

© Anton Vorauer / WWF

Wie sehen die Alpen von morgen aus? Diese Frage stand im Mittelpunkt des «AlpenWoche Intermezzo» am 3. und 4. April 2019 in Innsbruck/A. In diesem Rahmen wurden politische Forderungen formuliert, die an der gleichzeitig stattfindenden XV. Alpenkonferenz präsentiert wurden.

Die AlpenWoche wird alle vier Jahre von alpinen Organisationen, die sich für regionale und nachhaltige Entwicklung engagieren, gemeinsam organisiert. Als Etappe fand letzte Woche in Innsbruck ein «AlpenWoche Intermezzo» statt, gleichzeitig mit der XV. Alpenkonferenz und dem Abschluss des österreichischen Vorsitzes der Alpenkonvention. Am Mittwoch entwickelten etwa 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Rahmen einer geschlossenen Veranstaltung politische Forderungen, die am 4. April 2019 den Umweltministerinnen und Umweltministern der Alpenländer vorgestellt wurden. Sie befassen sich mit den drei Themenbereichen Land und Landschaft, Klimawandel sowie Mobilität.

Regional bis alpenweit

«Land und Landschaft sind ein wertvolles Gut – geht sorgsam damit um!», lautet die erste Postulation. Es braucht klare Grenzen zur Bewahrung des einzigartigen Naturraums der Alpen und Kriterien für die Identifikation schützenswerter Gebiete. Forderung zwei befasst sich mit dem Klimawandel, gegen den auf allen Ebenen etwas getan werden muss. Klimaschutz und -anpassung findet auf lokaler Ebene statt, Gemeinden müssen daher sowohl finanziell als auch organisatorisch besser unterstützt werden. Betont wurde auch, dass regionale und alpenweite Initiativen besser vernetzt werden müssen, um vorhandenes Wissen besser zu nutzen.
In der dritten Forderung an die Alpenkonvention heisst es: «Setzt effiziente Mobilitätslösungen im gesamten Alpenraum um!» Die hohe Verkehrsbelastung der Alpentäler erfordert intelligente Massnahmen, um einen Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel und alternative Mobilitätslösungen voranzubringen. Die Ideen der Teilnehmenden reichten von einem besser getakteten und preiswerten Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln über mobiles Ticketing bis hin zum Ausbau kombinierter Verkehrssysteme.

Alpenschutz heute

Kaspar Schuler, Co-Geschäftsführer von CIPRA International, hob in seiner Rede an die Alpenminister und -ministerinnen die Verantwortung der Politik hervor: «Wir, die am Alpenschutz arbeiten, stehen in der Pflicht, die 100'000 Jugendlichen zu unterstützen, die in den letzten Wochen in den Alpenstädten für den Klimaschutz auf die Strasse gingen.» Es brauche beim Alpenschutz heute zwei Taten: Stringenz in der Umsetzung der Protokolle und Massnahmenpläne, im Speziellen zum Klimaschutz in den Alpen. «Dies ist nur möglich, wenn die Alpenländer die erforderlichen Mittel bereitstellen.»
Am 4. April 2019 übernahm Frankreich für zwei Jahre den Vorsitz der Alpenkonvention, 2020 folgt der Vorsitz der EU-Strategie für den Alpenraum. «Das ist eine Gelegenheit für Frankreich, sich stärker an der Gestaltung und Umsetzung der europäischen Politik zu beteiligen», fordert Jean Horgues-Debat, Präsident von CIPRA Frankreich.

Kritischer Blick auf die Alpen

Im öffentlichen Teil des «AlpenWoche Intermezzo» am Donnerstag warf der Tiroler Fotograf Lois Hechenblaikner in seinem Bildvortrag einen kritischen Blick auf aktuelle Entwicklungen im alpinen Tourismus. Natael Fautrat aus Chambéry entwarf eine Vision für die Zukunft der Alpen aus Sicht der Jugend.
Der Rest des Tages stand ganz im Zeichen der guten Ideen: Präsentationen und Marktstände luden die Teilnehmenden ein, über Initiativen aus dem Alpenraum zu diskutieren, die bereits umgesetzt werden. Am Ende fasste Kabarettist Markus Koschuh die Konferenz in einem so unterhaltsamen wie provokanten Poetry Slam zusammen: «Wir wollen nimmer immer mehr! Denn der Alpen Tränen sind die Muren und Lawinen, drum braucht’s kaum Strassen, dafür Schienen. Der Alpen Glück: kein Schritt nach vor, einer zurück.»

 

Rückfragen sind zu richten an:

Caroline Begle, Projektleiterin Kommunikation CIPRA International, caroline.begle@cipra.org

Kaspar Schuler, Co-Geschäftsführer CIPRA International, kaspar.schuler@cipra.org

 

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AlpenWoche Intermezzo
Wie ihre große Schwester, die alle vier Jahre stattfindende AlpenWoche, ist das «AlpenWoche Intermezzo» eine internationale Veranstaltung über nachhaltige Entwicklung und damit verbundene alpine Themen, die von zentralen alpenweit tätigen Organisationen gemeinsam ausgerichtet wird. Die Veranstaltung, die 2019 als Lunch-to-Lunch-Konferenz konzipiert war, brachte im April Akteure aus den Alpen zu einem Austausch von Ansichten und Aussichten zum Thema «Morgen in den Alpen» zusammen.

Veranstalter
Gemeindenetzwerk «Allianz in den Alpen»; Ständiges Sekretariat der Alpenkonvention; Interreg-Alpenraumprogramm; Verein «Alpenstadt des Jahres»; CIPRA International; Club Arc Alpin; Österreichischer Alpenverein; Internationales Wissenschaftliches Komitee für Alpenforschung ISCAR; WWF;  Institut für Interdisziplinäre Gebirgsforschung IGF (ÖAW)

Finanzielle Unterstützung
Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus, Österreich

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