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Spitzenideen von jungen Leuten

(c) Marko Cuk

Wie eine Kleinstadt in den slowenischen Alpen junge Erwachsene zu über- und unterirdischen Innovationen inspiriert.

Klöppeln gehört zu Idrija/SI wie die stillgelegten Quecksilberminen. Die Herstellung von Spitze hat hier Tradition. Doch der Altersdurchschnitt in der lokalen Spitzen-Szene steigt. Schade, dachten sich Matevž Straus und vier Freunde. Inspiriert von Punkrock, Pop und Liebesliedern beschlossen sie, dem alten Handwerk frischen Wind einzuhauchen. Am jährlich stattfindenden Spitzenfest zeigten sie, wie vielseitig das schöne Handwerk ist. Das war 2014. Mittlerweile produziert und verkauft der Verein verschiedenste Stücke, von Spitzen-Ohrringen bis T-Shirts mit Spitzenprints.

«Nicht jedem gefällt, was wir machen,» erzählt Straus. Zu fünft gründeten sie 2012 den Verein «Idrija 2020», um das soziale, kulturelle und wirtschaftliche Leben in ihrer Heimatstadt aus der Reserve zu locken. «Aber auch negative Reaktionen sind Reaktionen», ergänzt der 30-Jährige schmunzelnd. Wichtig sei, dass die Bevölkerung und die Politik merken, dass die jungen Leute mehr Angebot und Perspektiven brauchen.

Die Aktion mit der Spitze ist eine von vielen. Dem jungen Verein gehen die Ideen noch lange nicht aus. Dank Straus und seinen Freunden finden heute auch Geocaching-Fans ihren Weg in die slowenische Alpenstadt. Allein oder in Gruppen und von einer App geleitet jagen sie die begehrten Schätze, die an besonderen historischen Plätzen in und um Idrija versteckt sind. Auch im Untergrund ist was los. Zusammen mit ehemaligen Minenarbeitern hat der Verein Besuche der alten Quecksilberstollen organisiert. Die Minenarbeiter freuten sich ebenso, ihre Geschichten loszuwerden, wie ihr Publikum. «Wir schauen, was Idrija an Geschichte und Kulturerbe zu bieten hat und versuchen es cool zu machen», erklärt Straus.

Die vielen Projekte bringen Erfahrungen mit sich. Diese wollen Straus und seine Freunde in Zukunft auch professionell nutzen: «Wir wollen das, was wir in den letzten Jahren gelernt haben, in andere Städte und Regionen bringen.» Im Jahr 2018 gewann ihr Verein den Europäischen Preis für Soziale Innovation. Ein Erfolg, der zusätzlichen Aufwind gibt.

Mehr Informationen: www.idrija2020.si

abgelegt unter:

Steckbrief

Was: Verein «Idrija 2020»

Wer: Junge Erwachsene aus Idrija, Vereinsmitglieder und Partner aus Kultur, Wirtschaft und Politik

Wo: Idrija/SL

Wann: Seit 2012

Wie: Der Verein möchte das Leben in Idrija für junge Erwachsene interessanter machen. In ihren Projekten orientieren sich die Vereinsmitglieder an ihrer Heimatstadt und schauen, wo es Verbesserungspotenzial gibt. Je nach Projekt finden sie allein oder in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern günstige und häufig unkonventionelle Lösungen.

Übertragbarkeit: Der Wunsch junger Erwachsener, in ihrer Heimatstadt oder -region zu bleiben, trifft vielerorts in den Alpen auf eine Unzufriedenheit über die Möglichkeiten vor Ort. «Idrija 2020» nimmt das, was da ist, und setzt es in einen neuen Kontext. Der Verein möchte seine Erfahrungen teilen und sucht Partner in Slowenien und darüber hinaus.