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Lieber selber machen

(c) Kempodium

Wie das Kempodium im Allgäu/D zu einem Ort geworden ist, an dem Menschen lernen, ihre Fähigkeiten für mehr als nur Gelderwerb zu nutzen.

Die Brust rausgedrückt, den hochgeklapptem Schweisserhelm am Kopf, lächelt das Mädchen in die Kamera. Sie arbeitet heute in einer Werkstätte im «Kempodium», einem ungewöhnlichen Bildungszentrum im Allgäu, Deutschland. Die ehemalige Schreinerei nahe des Hauptbahnhofs Kempten dient – wie der Name schon sagt – seit dem Jahr 2000 als Podium für Kulturveranstaltungen, Basare und Discos. Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen hilft der Verein Kempodium beim Verwirklichen eigener Ideen. So werden im Upcycling-Nähkurs aus vier alten Pullis ein neuer genäht oder im Schreinerkurs eigene Massivholzmöbel gebaut. FachberaterInnen helfen beim Schweissen von Metallblumentöpfen, Schreinern von Möbelstücken, Töpfern, Tanzen, ayurvedisch Kochen und vielem mehr.

Das Kempodium fördere als Bildungszentrum die soziale Handlungsfähigkeit aller Altersklassen, beschreibt die Geschäftsführerin Alexandra Diddens. «Die Menschen können sich hier weiterbilden und neue Freundschaften knüpfen.» Von einem klassischen Bildungszentrum unterscheide sich das Kempodium vor allem dadurch, dass es ums Selbermachen gehe.

Die Werkstätten mit fachkundiger Unterstützung stehen allen offen, und das zu günstigen Preisen. Das Finanzielle zu stemmen sei auch die grösste Herausforderung, erzählt Diddens. Neben der Stadt und dem Landkreis unterstützen auch private Förderer und Unternehmen das Kempodium. Projekte finanzieren sich durch die Vermietung von Räumen für Seminare und private Feierlichkeiten. Einige Leute kommen für Workshops aus dem nahen Reutte in Österreich, sogar italienische AustauschschülerInnen waren bereits zu Gast. Sie haben im Kempodium Schneidebretter selbst geschreinert, Pralinen gemacht und gemalt. Die Rohstoffe sind möglichst regional. So kann man bald auch Kinder-Zirbenbetten selbst bauen, mit Holz aus Südtirol. Das Interesse bleibt ungebrochen: Während der alljährlichen Allgäuer Festwoche besuchen in nur zehn Tagen rund 1'000 Kinder und Jugendliche das Kempodium, schwärmt Alexandra Diddens. Das Strahlen der Kinder zu sehen, wenn sie etwas selber geschaffen und kreiert haben, sei «wunderschön».

 

Quellen und Links: https://kempodium.de/

 

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Steckbrief

Was: Aus einer ehemaligen Schreinerei im Zentrum Kemptens/D entstand im Jahr 2000 ein Bildungs- und Kulturzentrum. Menschen aller Altersgruppen können die offenen Werkstätten dort nutzen, um eigene Ideen zu verwirklichen, FachberaterInnen unterstützen sie dabei. Zusätzlich bietet das Kempodium Kurse an, vom Schreinern oder 3-D-Druck eigener Werkstücke bis zum gemeinsamen Kochen. Projekttage, Kindergeburtstage, Discos und Basare halten das Haus lebendig, Räumlichkeiten können auch gemietet werden.

Wer: Die InitiatorInnen des eingetragenen Vereins «Kempodium» sind die Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis gGmbH aus München, die Agenda 21 (Stadt Kempten), der ZAK (Zweckverband für Abfallwirtschaft) und das Landwirtschaftsamt Kempten sowie viele engagierte Bürgerinnen und Bürger.

Wo: In Kempten/D

Wann: Startschuss war der 15. Dezember 1999

Wie: Mit der Unterstützung durch die öffentliche Hand, privater Förderer und durch Vermietungen von Räumlichkeiten finanziert das Kempodium Bildungs- und Kulturangebote, wie sie in klassischen Einrichtungen nicht oder kaum zu finden sind.

Übertragbarkeit: Hoch. Alpenweit möglich, in zentral gelegenen Orten und Städten.