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Vancouver 2010: Der nacholympische Zahltag

Vancouver. © birgit pauli /flickr.com

Statt zwei kosteten die Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver unter dem Strich sieben bis acht Milliarden Kanadische Dollar. Jahrzehnte lang müssen die Kanadier nun Schuldendienst leisten – für 17 Feier-Tage.

Die Olympischen Winterspiele sollten gemäss der Kandidatur von Vancouver 2010 zwei Milliarden Kanadische Dollar kosten und 51 Millionen Gewinn bringen. Nicht eingerechnet wurden die Kosten für die Infrastruktur und die Sicherheit. Diese stiegen von anfangs 117 Millionen auf 712 Millionen Dollar. Die offiziellen Gesamtkosten liegen bei sieben bis acht Milliarden Kanadische Dollar (rund sechs Milliarden Euro).

Insgesamt wurden für die Winterspiele von 12. bis 28. Februar 2010 und die Infrastruktur sechs Milliarden Kanadische Dollar investiert – Kapital, das nun für wichtige Aufgaben fehlt. Das Defizit beträgt nach Auskunft des Finanzministers von British Columbia 925 Millionen Kanadische Dollar (rund 713 Mio. Euro). Die Zeche muss die verschuldete Stadt über Jahrzehnte bezahlen.

Mit 80 teilnehmenden Nationen, 2‘632 SportlerInnen und 86 Wettbewerben waren die Olympischen Spiele in Vancouver 2010 grösser als die vorangegangenen in Turin 2006. Mehrere Anlagen wurden neu gebaut – und teilweise nach den Spielen direkt wieder abgerissen. Für die zweieinhalb Stunden der Alpin-Wettkämpfe wurden Tausende Bäume gefällt. Ob die Strecke jemals wieder genutzt wird, ist offen.

Die Sportler wohnten während der Spiele «ökologisch nachhaltig» im Olympischen Dorf, dessen Wohnungen nach den Spielen als günstiger Wohnraum verkauft werden sollten. Die Baufirma des Olympischen Dorfes ist pleite. Die zuvor schon hohen Mieten und Immobilienpreise stiegen noch weiter an. Die Olympischen Aufträge gingen zum grössten Teil an in- und ausländische Grosskonzerne. Für die Fernsehrechte wurden von den Sendern in Amerika und Europa über eine Milliarde Dollar bezahlt. Davon geht ein grosser Teil an das IOC – steuerfrei.

Quellen: www.nolympia.de/archiv/vancouver/, www.olympia-nein.ch/go/argumente/wunsch-oder-wirklichkeit.php