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Umweltfreundliche Transporte für Berghütten

Nachhaltiger Hüttentransport - Bepackte Maultiere bahnen sich den Weg durch steiniges Gelände. (c) L. Ellena

Seit Jahrhunderten transportieren Maultiere und Pferde Waren in Bergregionen. Was früher die einzige Transportmöglichkeit war, wird heute meist mit dem Helikopter erledigt. Ein Naturpark im italienischen Piemont organisiert die Hüttenbelieferung nun mit Maultieren, und auch andere Initiativen erproben innovative Wege für einen umweltfreundlichen Transport in den Bergen.

Sechs Stunden stapft ein Tross vollbepackter Maultiere durch schroffes Gelände Richtung Rifugio Pagari in den italienischen Seealpen. Auf dem Rücken tragen sie allerlei Nahrungsmittel, vor allem frische Produkte. Die Maultiertransporte führt der Züchter Luciano Ellena durch. Der Naturpark Seealpen organisiert die Aktion innerhalb des EU-Projekts Alpimed Clima; nach guten Erfahrungen im Vorjahr werden nun sieben Hütten regelmässig beliefert. «Mit den Maultieren sind wir flexibel und können die Waren klimaneutral auf die Hütten bewegen», sagt Giuseppe Canavese, Direktor vom Naturpark Seealpen. Auch wegen Covid-19 und den damit verbundenen Unsicherheiten müsse man die Helikoptertransporte auf ein Minimum reduzieren. «Wir wollen mit dem Projekt auch andere Regionen animieren, ebenfalls auf nachhaltige Hüttentransporte zu setzen», ergänzt Canavese.

Tragende Hüttengäste

Das schweizerische Team der Non-Profit-Organisation Protect our Winters (POW) hat 2019 das Projekt «Klimaschutz auf dem Teller» gestartet. Die Idee: Gäste von Berghütten holen die Lebensmittel an einer zentralen Stelle ab und tragen sie selbst hinauf. Zehn Personen trugen so zusammen rund 60 Kilo zur Adulahütte/CH und konnten so ein klimafreundliches Wochenende hoch oben am Berg verbringen. «Wir wollen HüttenbesucherInnen sensibilisieren und zeigen, dass eine lokale und nachhaltige Hüttenversorgung möglich ist. Wenn alle einen kleinen Beitrag leisten, können wir viel bewegen – im wahrsten Sinn des Wortes», meint Nicholas Bornstein von POW Schweiz.

Fliegende Packesel

Auch Drohnen werden für den Warentransport auf Hütten diskutiert. 2017 initiierten die Naturfreunde Österreich in Zell am See ein Pilotprojekt. Geräuscharm und vor allem umweltfreundlich transportierte eine Drohne bei einem Pilotflug 50 Kilogramm auf die Pinzgauer Hütte. Gesetzliche Rahmenbedingungen und der Einfluss auf Wildtiere und BergwandererInnen stellen diese Art des Transports allerdings noch vor Herausforderungen. Versorgungsflüge mit dem Helikopter stehen bisher vielerorts an der Tagesordnung, weil grosse Mengen effizient in entlegene Regionen geflogen werden können.

 

Quellen und weitere Informationen:

www.areeprotettealpimarittime.it/news/1209/nel-parco-trasporti-ai-rifugi-con-i-muli-al-posto-dell-u2019elic (it), www.protectourwinters.ch/events/2020/7/17/klimaschutz-auf-dem-teller-adula, www.bergwelten.com/a/e-drohnen-zukunft-der-huettenversorgung, www.tourismuspresse.at/presseaussendung/TPT_20190617_TPT0002/drohnen-die-zukunft-der-alpinen-versorgung-bild, www.aargauerzeitung.ch/schweiz/kritik-aus-den-eigenen-reihen-weil-sich-der-schweizerische-alpen-club-fuer-gletscher-einsetzt-138458166