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Strom aus allen Alpenflüssen

Neue Anlagen in Planung: Die Alpenstaaten investieren massiv in den Ausbau alpiner Wasserkraft. (c) Gestumblindi, Wikimedia Commons

Energiepolitischer Meilenstein: Bis 2035 sollen ausnahmslos alle Fliessgewässer im Alpenraum Strom liefern. Die Alpenländer verabschiedeten dazu das Durchführungsprotokoll «Wasser-KRAFT».

Die Alpenstaaten wollen gemeinsam zum weltgrössten Wasserkraft-Energieproduzenten aufsteigen. Dieses ambitionierte Ziel verfolgen sie mit der Wasseragenda 2035, kurz WAGENDA. Dank eines fortlaufenden Begutachtungsverfahrens steht das Durchführungsprotokoll «Wasser-KRAFT» bereits nach wenigen Monaten in den Startlöchern, 22 neue Wasserkraftwerke sind schon in Planung.

Die CIPRA hat ihre bislang kritische Position angesichts der drohenden Klimakrise überarbeitet. Sie fordert nun einen Komplett-Ausbau der Wasserkraft in den Alpen und moniert die zu geringen Investitionen in den Bau neuer Wasserkraftwerke. In ihrem kürzlich veröffentlichten Positionspapier «Alpine Landschaft ist erneuerbare Energie!» fordert die CIPRA einen massiven Ausbau von Wasser- und Windkraftwerken im hochalpinen Raum sowie neue Solarenergieparks anstelle von Almweiden. Die Vorteile der Wasserkraft müssten über nationale Grenzen hinweg genutzt werden, meint Katharina Conradin, Präsidentin von CIPRA International. «Der alpenweite Ausbau der Wasserkraft ist ein wichtiger Schritt, damit wir in den kommenden Jahren das Flachland mit noch mehr Strom fluten können. Kein Fluss und kein Bach soll unverbaut bleiben, wir müssen alles nutzen, was wir zur Verfügung haben.» Gerade in Zeiten schmelzender Gletscher und des Abschwungs im Skitourismus müssten sich entlegene Bergregionen neue wirtschaftliche Standbeine schaffen, so Conradin. Angesichts der notwendigen Energiewende gebe es schlichtweg keinen Platz für unverbaute Flüsse und naturbelassene Gewässerlandschaften.