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Streit ums Wasser des Lago Maggiore

Der Lago Maggiore bei Fondotoce: Nicht nur Wasser für Landwirtschaft und Tourismus, sondern auch wertvoller Lebensraum. © Radames Bionda

Soll man den Wasserstand des Sees anheben und so als Reservoir für die Landwirtschaft nutzen oder besser die Strände für Touristen erhalten? Während der Pegel des Lago Maggiore zwischen Italien der Schweiz diskutiert wird, bleibt die bescheidene Wasserqualität ein Randthema.

Der Miorina-Staudamm südlich des Lago Maggiore reguliert den Wasserstand des grossen Sees zwischen Italien und der Schweiz. Eine Anhebung des Niveaus um einige Dutzend Zentimeter führt dazu, dass einige Millionen Kubikmeter mehr Wasser zur Verfügung stehen. Wasser, das für die Landwirtschaft in den Ebenen des Piemonts und der Lombardei von Nutzen sein könnte. Zugleich würde der Anstieg des Seespiegels jedoch ganze Strände der piemontesischen und schweizerischen Küste verschwinden lassen – und damit dem Tourismus erheblichen Schaden zufügen. Bereits seit 2015 erhöhen italienische Behörden das Niveau des Sees versuchsweise während der Sommerzeit auf 1.25 Meter über Null. Ende 2018 beschlossen sie, den Pegel auf 1.5 Meter anzuheben. Diese 25 zusätzlichen Zentimeter könnten einen diplomatischen Zwischenfall zwischen Italien und der Schweiz auslösen. Der Kanton Tessin/CH hat im Namen der Küstengemeinden bereits Bedenken angemeldet. Seine Forderung an die italienischen Behörden: Sie sollen alle Änderungen der Verordnung für die Bewirtschaftung des Seepegels im gegenseitigen Einvernehmen genehmigen und eine italienisch-schweizerische Beratungs- und Aufsichtsstelle für die Bewirtschaftung grenzüberschreitender Gewässer einrichten. Auch Hoteliers und Campingplatz-Betreiber vom piemontesischen Ufer des Sees zeigen sich besorgt.

Inzwischen bleibt die Wasserqualität schlecht

In Zeiten des Klimawandels sind Wasservorräte bei langen Dürreperioden ebenso wertvoll wie die Möglichkeit zur Hochwasserregulierung bei starken Regenfällen. Um bei der Bewirtschaftung eines großen Gewässers wie dem Lago Maggiore wirklich alle Interessen zu berücksichtigen, müsste man bei der Qualität des Seewassers selbst beginnen. Denn diese ist aufgrund irregulärer Abwasserzuflüsse und einem unzulänglichen Klärsystem alles andere als gut, wie von der Umweltschutzorganisation «Legambiente» entnommene Wasserproben zeigen.

 

Quellen und weitere Informationen:
www.tio.ch/ticino/politica/1349502/regolazione-del-livello-del-lago-maggiore-il-cantone-e-preoccupato (it), www.lastampa.it/2019/02/07/verbania/tensione-tra-italia-e-svizzera-sui-livelli-del-lago-maggiore-fm9ogt915RQVN3oH8yvGfN/pagina.html (it), www.novaratoday.it/green/life/inquinamento-lago-maggiore-orta.html (it)