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Nachhaltigkeitsziele lokal umsetzen

24.08.2021
SDG-Spaziergänge, Solarherde aus Karton, ein umweltfreundlich organisiertes Festival: Rund 30 Jugendliche aus Italien, Slowenien, Liechtenstein und Frankreich diskutierten Mitte August im Rahmen des CIPRA-Projekts Alps2030 über die lokale Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs).
Bild Legende:
Panagiotis Potolidis-Beck (Mitte) vom Amt für Auswärtige Angelegenheiten diskutierte mit den Jugendlichen über die Lage der SDGs in Liechtenstein. © Veronika Hribernik, CIPRA International

Zu Besuch bei einem der vier Schulgärten der GemüseAckerdemie in Planken/LI, wo Schüler:innen gemeinsam Bio-Gemüse anbauen. Ein Mittagessen in der Suppenküche in Schaan/LI, wo gerettete Lebensmittel für finanziell benachteiligte Menschen auf den Teller kommen. Am umweltfreundlich organisierten PlankenRockt Open Air und mit Klebeaktionen für die SDGs (Sustainable Development Goals) sensibilisieren: Mit Diskussionen und konkreten Beispiele lernten Jugendliche, wie man die globalen Nachhaltigkeitsziele der UN auf lokaler Ebene umsetzen kann. «Die SDGs sind etwas trocken und es war schön, wie wir sie in kurzer Zeit konkret machen konnten», freut sich Workshopleiterin Michaela Hogenboom Kindle. Gemeinsam mit den Teilnehmenden diskutierte sie, was die SDGs sind und wo es Verbesserungspotenzial gibt. «Die Alpen bieten dafür ein ideales Experimentierfeld, da hier die Auswirkungen des Klimawandels besonders spürbar sind, aber auch Innovation und Adaption eine lange Tradition haben», erklärt Christina Thanner, Projektleiterin bei CIPRA International. Es gehe nicht darum, das Rad neu zu erfinden, sondern darum, gute Beispiele auszutauschen und voneinander zu lernen.

Starke junge Stimmen

«Die SDGs erweitern den eigenen Horizont. Deswegen sollte sie jeder kennen und versuchen, mit ihnen im Einklang zu leben», meint Janja Florjančič aus Slowenien. «Es ist schön, dass es so viele engagierte Jugendliche in Europa gibt und dass wir uns austauschen können», ergänzt Jerca Koren. «Wir jungen Leute können viel machen, wie zum Beispiel andere animieren», ist sich Gioia Heeb aus Nendeln/LI sicher. Neben der Freude am gemeinsamen Austausch fehlte es den Jugendlichen auch nicht an Ideen zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele. Sie fordern mehr Bewusstsein für den eigenen Konsum, Ober- und Untergrenzen für das Einkommen und mehr Einsatz von reichen Staaten. Eine der grössten Herausforderungen sahen die Teilnehmenden darin, das Denken der Menschen und deren Konsumverhalten zu ändern. Eine Erfahrung, die auch die Jugendlichen aus Liechtenstein beim Organisieren des umweltfreundlichen PlankenRockt machten. Ihre Entscheidung für rein vegetarisches Essen beim Open Air stiess im Vorfeld der Veranstaltung auch auf Kritik. Von den Besucher:innen gab es dafür jedoch viele positive Rückmeldungen. Weitere «grüne» Massnahmen waren ein Abfallkonzept, ein Mehrwegsystem für das Catering sowie ein teilweise elektrischer Shuttledienst zwischen Planken und Schaan/LI. Aufbauend auf ihren Erfahrungen erarbeiten die Teilnehmenden aus Liechtenstein nun einen «Green Guide» für die Organisation umweltfreundlicher Veranstaltungen. Der Besuch am PlankenRockt mit mehr als 400 Besucher:innen war für die Jugendlichen ein Höhepunkt des internationalen Alps2030-Treffens.

(Nur!?) noch neun Jahre

Mit den 17 Nachhaltigkeitszielen haben sich weltweit fast alle Staaten das Ziel gesetzt, die globale Entwicklung bis 2030 sozial, ökologisch und wirtschaftlich nachhaltig zu gestalten. Mit dem Projekt Alps2030 leisten CIPRA International, der Verein Alpenstadt des Jahres, die Offene Jugendarbeit Schaan, Planken und Eschen-Nendeln/LI sowie die vier Alpenstädte des Jahres Tolim/S, Idrija/S, Belluno/I und Chamonix/F einen Beitrag zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele auf lokaler Ebene. Das Projekt wird finanziert durch das Programm Erasmus+ der Europäischen Union sowie die Life Klimastiftung.