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Inspiration mit Herz und Bedacht

Franziska Kunze © Cristian Castelnuovo

Manchmal überfällt Franziska Kunze die Inspiration mitten im Alltag. So wie neulich auf dem Markt, als sie in der Auslage eines Metzgers ein Schweineherz liegen sah. In dem Moment wusste sie, sie würde das Herz kaufen, noch ohne genau zu wissen, wie sie es zubereiten würde.

Mit dem Herz in ihrem Fahrradkorb fuhr sie nach Hause. Am Küchentisch fing sie an zu recherchieren, wie sie das Beste aus dem Herz herausholen kann. Die 29-jährige Deutsche setzt sich gezielt mit Nahrungsmitteln auseinander. Das Verständnis und Rüstzeug für ihre Leidenschaft hat sie sich unter anderem in Italien an der Slow-Food-Universität in Bra erworben.

Ihre Vorgehensweise spiegelt sich auch in der Art zu sprechen: Sie dehnt die Sätze, macht Pausen, hält die Leere aus, gibt ihr Raum. So finden ihre Energie, Inspiration und Kreativität den Weg nach draussen. Wenn sie kocht, was sie täglich macht, lässt sie sich von Gefühlen, Düften und Formen inspirieren, die sie in ihrem Kühl- und Vorratsschrank findet. Oder sie stellt sich eine Kultur vor, in die sie gerne eintauchen möchte, oder ein Gefühl, das sie hervorrufen möchte mit ihrem Essen.

Unabhängig von ihren Impulsen arbeitet Franziska mit grösster Präzision. Als Kursleiterin für Sauerteigbrote und Croissants kennt sie die Prozesse, Backzeiten, Temperaturen und Mischverhältnisse für ein perfektes, knuspriges Brot. Immer und immer wieder zerlegt sie die Zutaten und Schritte in ihre Einzelkomponenten, versucht ihr Zusammenspiel zu verstehen, um sie zu einem neuen Ganzen zusammenzusetzen. Sie beschäftigt sich auch über das Brot hinaus mit Fermentationsprozessen von Lebensmitteln und ist in der solidarischen Landwirtschaft aktiv. Dabei schliessen sich ProduzentInnen und KonsumentInnen in einem Verein zusammen und teilen sich die Verantwortung und das Risiko, aber auch die Gewinne. Nahrungsmittel gut zuzubereiten ist ihr ein Grundanliegen, um das Produkt und die Arbeit, die die Produzenten darin investieren, zu würdigen. Es wäre doch eine Tragödie, das Schweinzeherz in der Bratpfanne kaputt zu machen!

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