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Flashmobs für Flüsse

An den Ufern des Baches Saint-Barthelemy (Aostatal) fand einer von hundert Flashmobs statt. © Legambiente

Nahezu 100 Flashmobs fanden Ende Januar 2020 italienweit statt, um die Flüsse und deren Ökosysteme vor einer Übernutzung zu schützen. Auch andernorts in den Alpen regt sich Widerstand gegen Wasserkraftprojekte.

Italien ist einer der grössten Wasserkraftproduzenten in Europa. In den letzten zehn Jahren wurden über 2‘000 neue Wasserkraftwerke genehmigt. Kleinere Wasserkraftwerke werden vor allem in geschützten Bergregionen gebaut und verstossen damit oftmals gegen die Wasserrahmenrichtlinie der EU. Daher hat die EU ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Italien eingeleitet. 

Am 25. Januar 2020 haben deshalb 18 Umweltverbände und viele Einzelpersonen in über 100 verschiedenen Orten entlang von Wasserläufen gegen den Bau neuer Kraftwerke protestiert, weil diese dem Ökosystem schaden. Die Teilnehmenden der Flashmobs fordern von Umweltminister Sergio Costa die Einhaltung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Der Grund für die Sorge von Umweltschützerinnen, Fischern und Kanutinnen ist ein neu eingeführtes Dekret Italiens zu Erneuerbaren Energien (Rinnovabili FER). Es beinhaltet Förderungen für den Bau von Wasserkraftwerken an natürlichen Flussläufen und die  Beibehaltung der Fördermittel für Kraftwerke, selbst wenn diese gegen die Wasserrahmenrichtlinie verstossen.

Notwendige Initiativen

In der benachbarten Schweiz fand bereits im Sommer 2019 ein Protestcamp gegen den Bau eines Stausees unterhalb des abschmelzenden Triftgletschers statt. In den slowenischen Alpen startet im Sommer 2020 die fünfte Ausgabe der «Balkan Rivers Tour» zum Schutz der letzten unberührten Flüsse. Initiativen wie diese seien notwendig, um die Leute auf den Schutz der wertvollen Ressource Wasser aufmerksam zu machen, so Barbara Wülser, Co-Geschäftsleiterin von CIPRA International. «Wir dürfen nicht zulassen, dass unter dem Deckmantel des Klimaschutzes oder der Anpassung an den Klimawandel die letzten Flüsse verbaut oder durch übermässige Wasserentnahme belastet werden.» Eine Erfolgsgeschichte waren die Proteste im Jahr 1984 in Hainburg/A gegen den Bau eines Kraftwerks an der Donau. Heute ist die Hainburger Au Teil des Nationalparks Donau-Auen und beherbergt über 5’000 Tier- und Pflanzenarten.

 

Quellen und weiterführende Informationen:

www.legambiente.it/la-protesta-dei-pesci-di-fiume (it), www.ilfriuli.it/articolo/politica/anche-in-friuli-la-protesta-dei-pesci-di-fiume/3/213722 (it) www.derstandard.at/story/2000111773863/niederoesterreich-familienausflug-zum-ursprung-der-oekobewegung, www.cipra.org/de/news/wenn-landschaft-bewegt,  https://balkanriverdefence.org (en)