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Bergsteigen als Weltkulturerbe anerkannt

Die Seilschaft steht sinnbildlich für den Teamgeist im Alpinismus.

Die Unesco listet Alpinismus nun als immaterielles Weltkulturerbe. Alpenvereine aus Frankreich, der Schweiz und Italien hatten die Bewerbung eingereicht.

Kirgisische Hüte, norwegische Tänze und nun auch Alpinismus: Just am internationalen Tag der Berge, dem 11. Dezember 2019, listete die Unesco erstmals auch alpines Bergsteigen als immaterielles Weltkulturerbe auf. Auf den ersten Blick wirkt das befremdlich, denn die Liste beinhaltet vorwiegend seltene und schützenswerte Traditionen und Bräuche. Die Unesco definiert Alpinismus als «Kunst, auf Gipfel und Felswände in hohen Bergen zu klettern – zu allen Jahreszeiten, ob auf felsigem oder eisigem Untergrund». Abgesehen von den notwendigen technischen und geistigen Fähigkeiten hebt sie auch die ethischen und ästhetischen Aspekte der in den Alpen entstandenen Bergsteigertradition hervor. Dazu zählt das Prinzip der Seilschaft als Symbol für den Teamgeist ebenso wie die gegenseitige Hilfestellung und Eigenverantwortung – aber auch, keine Spuren am Berg zu hinterlassen.

Zwischen Idealismus und Vereinnahmung

Immer wieder wird Alpinismus durch touristische Angebote wie zum Beispiel Heliskiing vereinnahmt. Zudem greifen Konkurrenz- und Wettkampfdenken auch in der Alpinszene um sich. Dass die Alpinismus-Definition der Unesco sich davon abgrenzt und vor allem Werte des Miteinanders und des verantwortungsvollen Umgangs mit der Natur betont, begrüsst Katharina Conradin, Präsidentin von CIPRA International: «Die Anerkennung des in den Alpen entstandenen Alpinismus als kulturelles Gut unterstützen wir. Wichtiger wäre jedoch, dass diese Werte auch im Tourismus eine grössere Bedeutung erlangen. Das Ziel darf nicht sein, jeden Winkel der Alpen für den Tourismus und den Bergsport zugänglich zu machen und unseren Bedürfnissen anzupassen.» Allgemein führe die touristische Vereinnahmung der Unesco-Auszeichnungen durch den Tourismus zu Problemen wie in den Dolomiten/I, wo die eigentliche Schutzauszeichnung touristisch regelrecht ausgeschlachtet wird. Hier läge es auch an der Unesco, den Zielen des Schutzes und der nachhaltigen Entwicklung in den Managementplänen eine stärkere Bedeutung beizumessen, so Conradin.

Konferenz zu Nachhaltigkeit im Outdoorsport

Der Nachhaltigkeit im Alpinismus und Outdoorsport nimmt sich auch eine Konferenz am 25. und 26. Mai 2020 in Prien am Chiemsee/DE an. Organisiert wird sie von CIPRA International und dem Gemeindenetzwerk «Allianz in den Alpen» im Rahmen der Alpenkonvention und im Auftrag des Deutschen Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

 

Quellen und weiterführende Informationen:

www.srf.ch/news/panorama/alpinismus-ist-kulturerbe-es-geht-um-viel-mehr-als-sich-in-den-bergen-auszutoben, www.admin.ch/gov/de/start/dokumentation/medienmitteilungen.msg-id-77471.html, www.lalpe.com/lalpe-69-alpinisme-patrimoine-de-lhumanite/lalpe-69-alpinismus-kulturerbe-der-menschheit/, www.zeit.de/entdecken/2019-12/weltkulturerbe-unesco-bergsteigen-alpinismus-uno, www.sueddeutsche.de/reise/alpinismus-unesco-immaterielles-kulturerbe-1.4722530, www.lemonde.fr/sport/article/2019/12/12/l-alpinisme-est-desormais-inscrit-au-patrimoine-immateriel-de-l-unesco_6022574_3242.html (fr), www.repubblica.it/cronaca/2019/12/12/news/unesco_alpinismo_inserito_nella_lista_dei_beni_immateriali-243271546/ (it) https://ich.unesco.org/en/RL/alpinism-01471 (en)