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Alpendörfer als Innovationszentren

Ländliche Gemeinden im Alpenraum brauchen soziale Innovation.

Verschiedene Städte in ganz Europa bezeichnen sich bereits als «Smart Cities». Dieser Ansatz wird auch auf ländliche Gemeinden übertragen: für «Smart Villages» stellt die Digitalisierung eine große Chance dar.

Ländliche Gemeinden im Alpenraum brauchen Arbeitsplätze, eine gute Versorgung mit Dienstleistungen sowie ein günstiges Klima für Unternehmertum und soziale Innovation, damit die Menschen nicht abwandern. Die Digitalisierung ist ein vielversprechender Ansatz, um dieser Situation zu begegnen.

Zum Thema «Smart Villages» tauschten sich technische Expertinnen und politische Vertreter Ende Mai bei einer Konferenz in Courmayeur/IT aus. An der Veranstaltung, die von der italienischen Präsidentschaft der EUSALP 2019 organisiert wurde, wurden mehrere Initiativen und Beispiele vorgestellt, die mit dem Ansatz der intelligenten Dörfer im Einklang stehen. So wurde etwa das Interreg-Projekt «SmartVillages» vorgestellt, das bessere Rahmenbedingungen für Innovationen in Städten und Gemeinden im Alpenraum fördert. Zu den 13 Testregionen gehören die Schweizer Gemeinden Ernen und Saas Fee, die sich intensiv mit Coworking-Space, Digitalisierung in der Schule sowie einer Sharing Plattform für Mobilität und Ehrenamt beschäftigen. Im italienischen Valli di Sol und im Pitzal in Österreich ist «Smart Mobility» ein zentrales Thema. Und die deutsche Gemeinde Löffingen legt ihren Fokus innerhalb des Projekts auf «Smart Governance».

Seit 2018 gibt es zudem eine europaweite Initiative. Das «Smart Village Network» verbindet Dörfer und Vereine in ganz Europa, aus Slowenien sind etwa die Gemeinde Ptuj und die Local Action Group Prlekija vertreten. Letztere nimmt ebenfalls am neuen Projekt «Smart Village Project for Tomorrow» teil, welches besonderes Augenmerk auf die Integration älterer Menschen legt, da die ländlichen Gebiete mit der rasanten Alterung der Bevölkerung konfrontiert sind.

«Intelligente Dörfer sind ein Aufruf zur Verantwortung, fast eine Revolution, in der Umweltfragen nicht mehr als Zwang, sondern als Schlüssel zur zukünftigen Entwicklung angesehen werden", erklärt Luigi Bertschy, Regionalminister für europäische Angelegenheiten, Arbeitsmarktpolitik und soziale Eingliederung des Aostatals an der Konferenz in Courmayeur. Durch diesen Ansatz werden die Alpendörfer zu Innovationszentren für eine neue Entwicklung der Alpen.


Quellen und weitere Informationen:

www.alpine-space.eu/projects/smartvillages, www.alpine-region.eu/news/smart-villages-conference-press-release-event, https://alpenallianz.org/de/aktuell/oberwalliser-allianzgemeinden-werden-zu-smart-villages