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Ökostrom aus Trinkwasser

Die Gemeinde Hörbranz in Vorarlberg/A nutzt künftig Energie, die in ihrem Trinkwasser steckt und versorgt so 160 Haushalte mit Ökostrom. Die Quelle, aus der das Wasser für Hörbranz entnommen wird, liegt 312 m höher als der Ort selbst, sodass in den Leitungen natürlich hoher Druck entsteht.
Bislang stellte er ein Problem dar für das System und wurde über Entlastungsschächte abgebaut - die enthaltene Energie wurde dabei "vernichtet". Jetzt ersetzt die Gemeinde alte Leitungen und nutzt die Gelegenheit, um auch gleich eine Turbine mit einer Leistung von 70 kW einzusetzen, um so von der quasi gratis vorhandenen Energie zu profitieren. Das Wasser fliesst über die Turbine, bevor es wie bisher in den Hochbehälter geleitet wird, von dem aus die Haushalte versorgt werden. Die Qualität des Wassers leidet hierbei nicht. Den gewonnenen Strom speist Hörbranz in das Netz der Vorarlberger Kraftwerke AG ein, die pro kWh einen Preis von 6,25 Cent zahlt. Erzeugt die Anlage wie erwartet rund 600'000 kWh im Jahr, dann bringt das der Gemeindekasse zusätzliche Einnahmen von etwa 38'000 Euro. Bei geschätzten Kosten von 350'000 Euro wird sich die Umrüstung in weniger als zehn Jahren amortisiert haben.
Die ökologischen Vorteile des Kleinwasserkraftwerkes sind ebenfalls offensichtlich: es liefert Ökostrom, hat jedoch keine der zum Teil erheblichen ökologischen Nachteile, die Wasserkraft-Gross- aber auch Kleinprojekte oft mit sich bringen (siehe Artikel unten und auf den Seiten 6 und 7). Die Eingriffe in die Landschaft sind minimal, ausserdem wird kein Fluss oder Bach durch Wasserentnahmen beeinträchtigt.
Fünf weitere Gemeinden in Vorarlberg setzen auf umweltfreundliche Energie aus Trinkwasserkraftwerken: Nenzing, Gaschurn, Braz (geplant), Bludenz und Feldkirch.

Quelle und Informationen: Energieinstitut Vorarlberg, www.energieinstitut.at

Alpenkonvention, Protokoll Energie: Artikel 6 (2)
[Die Vertragsparteien] […]unterstützen auch den Einsatz dezentraler Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energieträger, wie Wasser, Sonne und Biomasse.