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Medienmitteilung

Die Ökosysteme der Alpen begreifen

Projektpartner aus sechs Alpenländern erhoben Ökosystemleistungen und erprobten neue Ansätze im Flusssmanagement. (c) Susan Misicka / swissinfo.ch

Während die einen Ökosystemleistungen erhoben, testeten die anderen partizipative Ansätze beim Flussmanagement: In zwei Projekten haben insgesamt neunzehn Partner aus sechs Alpenländern drei Jahre lang zusammengearbeitet. Ihre Ergebnisse präsentierten sie am 21. und 22. November 2018 in Innsbruck, Österreich.

Der Generalsekretär der Alpenkonvention, Markus Reiterer, eröffnete am Mittwoch, den 21. November die Abschlusskonferenz von «Alpine Ecosystem Services» (AlpES) und dem damit in Verbindung stehenden Projekt «Strategic Planning for Alpine River Ecosystems» (SPARE). Er betonte dabei, dass der Klimawandel das sensible Ökosystem des Alpenraumes stärker als andere Regionen beeinträchtigt, was die Zusammenarbeit auf transalpiner Ebene umso wichtiger mache.

Warum Flüsse Management brauchen

Nur noch 14 Prozent der Flüsse in den Alpen sind in einem guten ökologischen Zustand, wie der Broschüre des Projekts SPARE zu entnehmen ist. Zwischen 2016 und 2018 testeten und entwickelten Projektpartner in fünf Pilotregionen Methoden für nachhaltiges Flussmanagement: Dora Baltea in Italien, Drôme in Frankreich, Inn-Engadin in der Schweiz, Soča in Slowenien und Steyr in Österreich. «Wir bieten eine Plattform, wo die lokale Bevölkerung an gemeinsamen Entwicklungszielen für die Steyr arbeiten kann», sagt Christine Ehrenhuber, Moderatorin des Beteiligungsprozesses in der Pilotregion Steyr/A. Bei Jugendsommercamps, persönlichen Treffen, thematischen Kommissionen, öffentlichen Foren und Workshops beteiligten sich insgesamt 435 Personen an den Aktivitäten. Im Projektverlauf wurde mit «My River Kit» auch eine Toolbox erarbeitet. Anhand der Reise entlang eines fiktiven Gewässers können damit verschiedene Situationen durchgespielt werden, die für nachhaltiges Leben und Wirtschaften entlang der Alpenflüsse entscheidend sind.

Was die Natur in den Alpen leistet

An Infoständen, in Vorträgen und Workshops stellten die Projektpartner am 21. und 22. November in Innsbruck Ergebnisse aus ihren Testregionen und Projekten vor. Dabei ging es auch um Ökosystemleistungen, die massgeblich zu unserer Lebensqualität beitragen. Das Projekt AlpES zielt darauf ab, die Bedeutung und Wertschätzung von Ökosystemleistungen in der regionalen und alpenweiten Umweltpolitik zu stärken. Ob es Bergwälder sind, die uns vor Lawinen schützen und unsere Atemluft reinigen, oder Flüsse und Almweiden, die uns mit Trinkwasser, Energie oder Lebensmitteln versorgen. Partner aus Frankreich, Deutschland, Italien, Liechtenstein, Österreich und Slowenien beteiligten sich an dem Projekt. In Liechtenstein lag ein Fokus auf der Schutzfunktion des Waldes vor Lawinen, Muren und Steinschlag. Heike Summer vom Liechtensteinischen Amt für Umwelt weist auf die besondere Bedeutung dieser Ökosystemleistung für das Fürstentum hin: «Ein Grossteil unseres Waldbestandes befindet sich in Hanglagen. Deshalb liefern, sowohl rheintalseitig als auch in den Berggebieten, intakte Schutzwälder einen unverzichtbaren Beitrag zur Verringerung des Schadenspotentials und helfen zusätzliche technische Verbauungen zu vermeiden.» Die Daten aus Liechtenstein und anderen Alpenregionen wurden zusammengetragen und in eine WebGIS-Karte eingespeist.

Neue Wege bei Projektkommunikation

Neben den üblichen Projektberichten gingen beide Projekte neue Wege bei der Vermittlung ihrer Themen. Das Projektteam von AlpES veröffentlichte beispielsweise eine WebGIS-Karte und mit WikiAlps eine Online-Enzyklopädie zu Ökosystemleistungen im Alpenraum, die auch nach dem Projektende weitergeführt werden soll. Das SPARE-Team vermittelt seine Projektergebnisse und die Bedeutung von Flüssen als «Lebensadern» der Gesellschaft im Alpenraum mit Fotobüchern, Video-Interviews und einem aufwändig produzierten Webvideo auf leicht verständliche Weise. Zudem veröffentlichten beide Projekte regelmässig Neuigkeiten in ihren Newslettern und auf Social Media.

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Rückfragen bitte an:

Robin Naumann, Projektleitung CIPRA International,

+423 237 53 53 08, robin.naumann@cipra.org

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