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Vom Coworking zum Klimalehrpfad

In den Mountain Coworking Spaces können Gäste ganzjährig das Angebot des vielfältigen Tourismus im Unterengadin nutzen. © miaEngiadina

Wie ein Alpental neue Strategien für nachhaltigen Tourismus entwickeln kann, zeigt das Unterengadin in der Schweiz.

«Das Unterengadin ist ursprünglich, hier kommt man zur Ruhe und kann kreative und innovative Gedanken spinnen», beschreibt Jon Erni, Gründer der Initiative «MiaEngiadina» das Engiadina Bassa, wie es auch im Rätoromanischen genannt wird. Erni ist selbst in Scuol im Unterengadin aufgewachsen, nahe des Dreiländerecks Italien-Österreich-Schweiz zwischen dem Inn und den Ausläufern der Rätischen Alpen. Seine Verbundenheit mit dem Unterengadin war Anlass für Erni, mit der miaEngiadina einen Rückzugs- und Inspirationsort für Menschen zu schaffen, die abseits ihres Büroalltags arbeiten möchten.

In alpinen Mountain Coworking Spaces wie im Dorf Ftan oder dem geplanten Begegnungszentrum InnHub in der Ortschaft LaPunt, das 2022 geöffnet werden soll, können Gäste gemeinsam Ideen schmieden. BesucherInnen nutzen die Räume vermehrt auch in den Herbstmonaten, in denen das Unterengadin sonst weniger Touristen sieht. Zu Beginn des Projekts hätte es viele Skeptiker gegeben, doch mittlerweile habe sich das stark geändert. «Jetzt spüre ich den grossen Rückhalt der Bevölkerung», erzählt Erni.

Wenn Touristen mit Kopfhörern zum Kirchenhügel Munt Baseglia in Scuol wandern, folgen sie möglicherweise gerade dem Klimahörpfad «myclimate Audio Adventure», verfügbar als Handy-App für Smartphones. Er bietet während einer zweistündigen Wanderung durch Scuol über den Inn bis nach Nairs und zurück Einblicke in drei verschiedene Geschichten über die Region. «Als Bergregion mit einer Natur rund um und im Schweizerischen Nationalpark war es für uns bereits sehr früh von grosser Wichtigkeit, uns für den Erhalt dieses Gutes einzusetzen», erklärt Madeleine Papst, Leiterin der Medienabteilung der Tourismusorganisation «Engadin Scuol Samnaun Val Müstair». Die Basis dafür legte das Unterengadin in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern und vier anderen Tourismusdestinationen mit einem gemeinsam entwickelten Leitfaden für die Vermarktung und Entwicklung nachhaltiger Urlaubsangebote. Die Coworking Spaces und der Klimalehrpfad zeigen, wie diese Angebote aussehen können.

 

Mehr Informationen unter:

www.miaengiadina.ch 

www.scuol-zernez.engadin.com

 

Download Leitfaden nachhaltiger Tourismus:

www.hslu.ch/de-ch/wirtschaft/institute/itw/tourismus/tourismus-und-nachhaltige-entwicklung/projekt-nachhaltige-tourismusangebote

Steckbriefe

Was: Mountain Coworking Spaces, InnHub LaPunt, Glasfaserausbau

Wer: «miaEngiadina»

Wo: Engadin/CH

Wann: seit 2017

Wie: Distanz zu Wirtschaftszentren, Abwanderung von jungen Menschen, Verlust von Arbeitsplätzen und damit stärkere Abhängigkeit vom Tourismus – um diesen Herausforderungen einer Randregion wie der entgegenzuwirken, wurde das Projekt «miaEngiadina» gestartet. Es bietet einen Inspirations- und Rückzugsort für Wissensarbeiter und Organisationen, indem es temporäre Arbeitsplätze anbietet. 2015 nahm die Initiative «miaEngiadina» vier der 17 Ziele der UNO für nachhaltige Entwicklung in ihre Charta auf.

Übertragbarkeit: alpenweit, das Team von «miaEngiadina» gibt gerne Auskunft unter info@miaEngiadina.ch oder telefonisch unter +41815080505

 

Was: Leitfaden nachhaltiger Tourismus, diverse Nachhaltigkeitsprojekte

Wer: Tourismusorganisation «Engadin Scuol Samnaun Val Müstair»

Wo: Engadin/CH

Wann: seit der Gründung 2010

Wie: Unterschiedliche Projekte zur Förderung von nachhaltigem Tourismus. 2011 erhielt die Region den Milestone Preis als Modellregion für Nachhaltigkeit.

Übertragbarkeit: Ideen wie der Klimalehrpfad sind alpenweit denkbar, der Leitfaden für nachhaltige Tourismusangebote ist online verfügbar