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Projekte

Dorferneuerung Burgruine Reinsberg

Die Gemeinde Reinberg hat ein Konzept zur kulturellen und wirtschaftlichen Nutzung für eine verfallene Burgruine in Reinsberg erarbeitet.

Zielsetzung

Mit dem Projekt soll die Lebensqualität der Bevölkerung verbessert und deren kulturelle Identität gestärkt werden. Die Burgruine soll neue wirksame Impulse für den Ausflugstourismus setzen, woraus die Gemeinde sich eine wirtschaftliche Verbesserung der heimischen Gastronomie und des Beherbergungswesens und damit positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt erhofft. Darüber hinaus wird ein Anreiz für Sekundärinvestitionen im Bereich der kommunalen Entwicklung erwartet.

Durchführung

Ab 1992 nahmen sich die Dorfwerkstätte (ein örtlicher Dorferneuerungsverein), die Gemeinde und die Heimatbühne der verfallenen Burgruine an und erarbeiteten ein Konzept zur kulturellen und wirtschaftlichen Nutzung. 1994 dienten die Burgruine und die umliegende Landschaft als Bühne für Stahldesignkünstler. Die Initiative "Ferro Alto" sollte zur kulturellen Bewußtseinserweiterung beitragen. So wurden dann beim Ausbau der Ruine mit zeitgemäßen Formen und Elementen ein moderner Kontrast zu den Resten der ehemaligen Burg gesetzt. Das Angebot von Kulturveranstaltungen wurde reichhaltiger und professioneller. So gab es 1996 ein internationales Theaterfestival, ein Milleniumsfestspiel, Ausstellungen u. v. m.
1998 wurde die Burgruine in die Aktivitäten rund um die Landesausstellung zur Eisenstraße eingebunden und damit weitreichend vermarktet. 1997 und 1998 waren die Bauernaufstände des Jahres 1597 das Thema für eine großangelegte Ausstellung auf der Burg. An Schwerpunktswochenenden wurden die Besucher eingeladen, an typischen bäuerlichen Arbeiten (Dreschen, Korbflechten, Strohdachdecken etc.) mitzuwirken. Abschließend verwöhnten die Landwirte die Gäste mit einem typisch bäuerlichen Festmahl. Um einen professionellen Betrieb der Burgarena zu gewährleisten, aber auch um die Tourismusaktivitäten der Gemeinde zu forcieren, wurde 1998 der Burgverein Reinsberg/Kultur- und Tourismusnetzwerk gegründet. 1999 war das erste Spieljahr der Burgarena.

Wirkung

Durch das Erforschen der eigenen Vergangenheit und das Bewußtmachen der eigenen Wurzeln ist es gelungen, viele Dorfbewohner für das Projekt zu begeistern. Das reichhaltige Kulturprogramm konnte die Lebensqualität der Bevölkerung stärken und Arbeitsplätze in der Region sichern bzw neu schaffen. In Zusammenhang mit dem Projekt kam es zu umfangreichen Investitionen, von denen auch die heimische Landwirtschaft profitiert: die Direktvermarktung für landwirtschaftliche Produkte (vom Mostheurigen bis zur Frischmilchlieferung für Schule und Kindergarten) konnte gefördert und die Angebote von "Urlaub auf dem Bauernhof" erweitert werden. Desweiteren erfolgte die Bestandssicherung und der weitere Ausbau von zwei Gastronomiebetrieben. Das Tourismusangebot konnte durch eine Erweiterung des Wanderwegenetzes, Errichtung einer Mountainbike-Strecke sowie durch Ausstattung und Vermarktung eines gemeindeübergreifenden Biolandweges verbessert werden. Seit der Eröffnung im Juni 1999 besuchten mehr als 20 000 Besucher die Burgarena. Der Bekanntheitsgrad der Region und auch die mediale Präsenz sind stark angestiegen. Darüber hinaus erwarb die Gemeinde beim Kauf der Ruine von den Österreichischen Bundesforsten Grundstücke im Tauschverfahren (11 ha), die für die Gemeinde nicht nur einen Wertzuwachs bedeuten, sondern auch für eine aktive Siedlungspolitik und weitere Belebung des Ortes eingesetzt werden können.

Standort

Reinsberg (Bezirk Scheibbs)

Beteiligte

Dorfwerkstätte, Gemeinde Reinsberg, Heimatbühne der Burgruine Reinsberg, Verein NÖ Eisenstraße Eco Plus, Bundesdenkmalamt

Finanzierung

Das Projekt Burgarena wurde vom Land Niederösterreich und Eco-Plus gefördert. Ein Drittelanteil der Projektkosten wurde seitens der Gemeinde finanziert, die sich während der Bauphase mit ca. 5 Mio. ATS an den Kosten beteiligte. Durch über 25.000 freiwillige Arbeitsstunden und weitere 5.000 für den Ausbau zur Arena und die dadurch bewirkte Reduzierung des Eigenmittelanteils wurde die Finanzierung des Projekts erst möglich. Durch Bausteinaktionen und Spenden konnte ein weiterer beträchtlicher Teil der Kosten aufgebracht werden. Darüber hinaus wurden von Wirten und Direktvermarktungsbauern zahlreiche Folgeinvestitionen getätigt.
Die Gesamtinvestitionen betrugen rund 30 Mio. ATS (Burgarena samt privater Folgeinvestitionen) .

Projektkosten

2'180'185.00 Euro

Ansprechperson

Karl Prüller
Reinsberg 7
3264 Reinsberg / AT
Telefonnummer: +43 7487 2364