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Projekte

Solar-beheizte Schule in Zwischenwasser-Dafins

Die 1990 in Betrieb genommene 2-klassige Volksschule mit Kindergarten und Turnraum wird zu 70% mit Solarenergie beheizt. Die Wärme wird über 124 m² Luft-Kollektoren an der Südseite des Gebäudes gewonnen. Im Primärkreislauf wärmt diese Warmluft einen Gesteinsspeicher im Keller des Gebäudes, und wird über die Kollektoren wieder erwärmt. Die Warmluft wird im Sekundärkreislauf über Hypokausten (Wände und Decken sind teilweise hohl) im Gebäude verteilt und kann somit die Räume erwärmen. Die erforderliche Restwärme wird durch eine Ölheizung (1600 ltr. pro Jahr) bereitgestellt und mittels Wärmetauscher in das Hypokaustensystem eingespeist.

Zielsetzung

Die Gemeinde als Vertreterin öffentlicher Interessen muß in der Kommune beispielgebend zu sein; sämtliche Investition sind auf Nachhaltigkeit zu prüfen.
Die Gemeindevertretung folgt dem noch ungeschriebenen Gesetz, daß Fortschritt und Entwicklung unter Einbeziehung von sozialen, ökölogischen und ökonomischen Gesichtspunkten zu sehen sind und Natur und Umwelt sind nur soweit belastet werden dürfen, daß dies ohne Schaden passiert.

Durchführung

Mehr als 100 Jahre, bis 1971, hatte die Ortschaft Dafins eine einklassige Volksschule, die dann dem Zentralisierungsgeist zum Opfer fiel. 1984 bildete sich ein Elterninitiative die sich um eine Schule bemühte. Ein beschränkter Architektenwettbewerb für die Schule wurde durchgeführt und brachte 5 Projekte. Erst nach dem Wettbewerb wurde entschieden, eine solar beheizte Schule zu erbauen. Der Sieger-Entwurf der Architekten Hermann Kaufmann und Walter Unterrainer war so gut, dass die Architektur nicht geändert werden musste. Architekt Sture Larsen hat den Solarteil geplant.

Wirkung

Pro Jahr können durch die Solarheizung ca. 14 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden; die Schule besitzt darüberhinaus eine große Vorbildwirkung, auch für private Bauherren. So gibt es in Zwischenwasser bereits sieben private solar beheizte Häuser. Neben vielen kleinen Projekten die seit 1980 umgesetzt wurden, war die Schule Dafins ein Meilenstein in der Umweltpolitik der Gemeinde. Eine
ganze Reihe von weiteren umweltfreundlichen Projekten war die Folge:
Zentrale Biomasseheizung für die öffentlichen Gebäude in Muntlix,
Gemeinschaftsphotovoltaikanlage (5,5kW) in Batschuns, Energiebuchhaltung an öffentlichen Gebäuden, Teilnahmen am e5 Projekt "Energieeffiziente Gemeinde" und am Projekt "Energiebewusste Gemeinde" der ARGE-ALP, Energiebilanz über die ganze Gemeinde, etc..
Der Gemeinde wurden mehrere Preise in Wettbewerben zuerkannt:
1983 Vorarlberger Energie-Oscar
1993 Teil des Vorarlberger Natur und Landschaftsschutzpreises
1993 Greenpeace/Klimagemeinde
1996 Klimabündnis Wettbewerb "CO2 die Hälfte" Preisträger
1999 Teil des Hauptpreises Klimabündnis "Halbzeit"

Standort

Zwischenwasser

Beteiligte

Gemeinde, Architekten, Bevölkerung, Handwerker

Finanzierung

Gesamtbaukosten:
ATS 13,5 Mio., finanziert aus Gemeindebudget.
Die Aufwendungen für Solar-Baumaßnahmen betrugen 10% der Gesamtbaukosten. Gemessen am Ölpreis ist dies zwar zu viel, entscheidend war aber nicht die Höhe der Geldsumme (obwohl nur eine Fremdfinanzierung möglich war), sondern die Beispielwirkung des nachhaltiges Projekt.
Zum damaligen Zeitpunkt gab es noch keine Förderungen des Landes für solares Bauen. Das Land hat die zusätzlichen Aufwendungen trotzdem mit 50% Förderung unterstützt.

Projektkosten

981'000.00 Euro

Ansprechperson

Gemeinde Zwischenwasser
Josef Mathis
Hauptstraße 14
6835 Zwischenwasser / AT
Telefonnummer: +43 5522 4915
Telefax: +43 5522 4915 5
Email: bgm@zwischenwasser.at
Internet: http://www.zwischenwasser.at