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Kulturlandschaftsprogramm Lesachtal

Durch ein leistungsbezogenes landwirtschaftliches Förderungssystem unter Berücksichtigung besonderer Bewirtschaftungserschwernisse soll die nachhaltige Bewirtschaftung der bergbäuerlichen Kulturlandschaft gefördert und gesichert werden. Als Grundlage für dieses Förderungssystem wurde eine umfangreiche Biotop- und Kulturlandschaftskartierung durchgeführt. Das Programm ist heutzutage insbesondere für Kleinbauern bedeutend, die wenig von EU-Landwirtschaftssubventionen profitieren.

Zielsetzung

Die nachhaltige Bewirtschaftung der Kulturlandschaft soll gefördert und für die Zukunft gesichert werden. Das Programm stellt eine Grundlage für die landeseigene Landwirtschaftsförderung von kleinen bergbäuerlichen Betrieben (unter 2 ha Bewirtschaftungsfläche) dar, die keine EU-Förderungsgelder in Anspruch nehmen können.

Durchführung

1993/94 beauftragte der Verein „Kulturlandschaft Lesachtal“ zwei Planungsbüros mit der Erarbeitung von Grundlagen für ein landwirtschaftliches Förderungssystems, das unter Berücksichtigung besonderer Bewirtschaftungserschwernisse, z. B. Hangneigung, Feuchtflächen und ökologischer Faktoren eine ökologisch orientierte, nachhaltige Bewirtschaftung der bergbäuerlichen Kulturlandschaft fördern und für die Zukunft sichern soll. Im 14 km² großen Dauersiedlungsgebiet des Lesachtals wurden die verschiedenen Nutzungstypen kartiert (u. a. Magerwiesen, artenreiche und artenarme Mähwiesen, Bergmähder, Äcker, Obstbaumwiesen) und entsprechend der Biotopkartierung wertvolle Biotope erfaßt. Für jeden Nutzungstyp wurden sowohl Förderungsmotive als auch Bewirtschaftungsauflagen bestimmt, mit denen diese Zielsetzungen erreicht werden können. Zusätzlich wurden nach Erschwernisstufen gestaffelte Förderprämien für jeden Nutzungstyp festgelegt. Dem Kulturlandschaftprogramm liegen folgende Leitbilder zugrunde:
Auf ertragreichen Wiesen soll die Grünlandwirtschaft gefördert und unter Beachtung der gegebenen Kleinteiligkeit der Nutzung aufrechterhalten werden. Verbrachung und Aufforstung ertragsschwacher Extensivwiesen sollen durch einkommenssichernde Landschaftspflegeprogramme verhindert werden. Durch zusätzlichen Vertragsnaturschutz sollen die traditionellen Nutzungsformen und ökologisch besonders wertvolle Flächen erhalten werden. Seit 1993 wurden über 238 Verträge mit den Landwirten abgeschlossen. Mit dem Beitritt Österreichs zur EU wurden die Förderrichtlinien zur Flächenbewirtschaftung EU-weit einheitlich geregelt (für Österreich ÖPUL-Programm). Die Bewirtschaftungsverträge haben noch für kleine bergbäuerliche Betriebe unter 2 ha Bewirtschftungsfläche Bedeutung, da für diese landeseigene Flächenförderungen gewährt werden. Gerade für das Lesachtal mit seiner kleinen bergbäuerlichen Struktur (ein durchschnittlicher Betrieb bewirtschaftet ca. 6 ha Grünland, Gesamtbesitz inkl. Wald, Bergmähder, und unproduktiven Flächen ca. 20 – 30 ha) ist für die Erhaltung der Kulturlandschaft jeder kleine Bergbauer wichtig.

Wirkung

Durch die traditionelle und extensive Bewirtschaftung der Hangflächen konnte die für das Tal einzigartige Pflanzen- und Tierwelt erhalten und gefördert werden.
Durch die Anerkennung und Förderung ihrer Arbeit als Beitrag zur Erhaltung der Kulturlandschaft wird es den keinbäuerlichen Betrieben ermöglicht, die Bewirtschaftung aufrechtzuerhalten; ohne Förderung könnte der Großteil dieser Betriebe nicht überleben, die Flächenbewirtschaftung würde eingestellt und die Bergmähder würden verbrachen oder aufgeforstet werden.

Beteiligte

Verein „Kulturlandschaft Lesachtal“, Landwirte ( 238 Betriebe), Arbeitsgemeinschaft Raum und Umwelt, Arbeitsgemeinschaft Vegetationsökologie

Finanzierung

Amt der Kärntner Landesregierung im Rahmen des Kulturlandschaftsprogrammes Kärnten.
Förderung für die Projektierung und Konzepterstellung:
ca. ATS 500.000,--
Förderung für Landwirtschaftliche Betriebe zur Flächenbewirtschaftung 1994 ca. ATS 2,5 Mio. Seit 1995 werden im Rahmen des Kulturlandschafts- programmes Flächenförderungen nur mehr für Betriebe und 2 ha (die nicht die Voraussetzungen für das ÖPUL haben) gewährt. Dies sind derzeit 25 Betriebe mit einem Förderungsvolumen von ca. ATS 70.000,-- jährlich.

Ansprechperson

Franz Unterguggenberger
Niedergail 3
9653 Liesing, Lesachtal / AT
Telefonnummer: +43 4716273
Telefax: +43 4716 273 20