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Projekte

Wein und Klimaschutz - Erneuerbare Energien und elektrische Antriebe im Rebbau

Raupentraktor Diesel

Raupentraktor mit Dieselantrieb. Dies ist die Rebbaumaschine, die am meisten zum Einsatz kommt. Deren Ersatz durch elektrische Modelle wird zu bedeutender Verminderung der CO2-Emissionen führen. © Felix Küchler

Auf 100 ha Reben im Wallis kommen elektrische Rebbaumaschinen zum Einsatz. Der Strom stammt aus Kleinwasserkraftwerken und Photovoltaik-Anlagen. Zwanzig WinzerInnen bewirtschaften ihre Rebparzellen naturnah und verzichten auf Helikoptereinsatz. Vorhandene Elektromaschinen (Motorsense, Heckenschere) und dank dem Projekt neu entwickelte (Rückenspritze, Raupentransporter, Raupentraktor) ermöglichen klimaschonende Landwirtschaft. Pro Flasche Wein wird 0.4 kg CO2 weniger ausgestossen.

Zielsetzung

1. Für 100 ha Reben ist 70% der Maschinenzeit elektrisch. Die am Projekt beteiligten 20 WinzerInnen benutzen vorwiegend elektrische Vorschneidegeräte, Rückenspritzen, Raupentransporter und Raupentraktoren. Auf Helikopereinsatz wird verzichtet.
2. Die elektrische Energie stammt zu 90% aus regionalen erneuerbaren Quellen. Kleinstwasserkraftwerke (z.B. Turbinieren von Bewässerungs-Wasser) und Photovoltaik-Anlagen liefern den Strom.
3. In weiteren Bereichen (Obstbau, Berglandwirtschaft, Forstwirtschaft, Gemeindearbeit etc.) werden die entwickelten Elektromaschinen eingesetzt.Das Bekanntmachen der Projektresultate animiert die öffentliche Hand und Private auf die neu entwickelten Elektrogeräte umzustellen.
4. Wein-KonsumentInnen haben die Möglichkeit einen konkreten Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Durchführung

Eine Machbarkeitsstudie hat gezeigt, dass dank der neuesten Batterietechnologie (Lithium) viele Rebbaumaschinen elektrifiziert werden können. Das Projekt gibt an bewährte Firmen den Auftrag die wichtigsten Rebbaumaschinen (Rückenspritze, Raupentraktor, Raupentransporter) auf elektrischen Antrieb umzubauen. Die ersten Elektrogeräte (Vorschneider, Fadenmäher, Motorsäge) werden bereits im Alltagseinsatz getestet, mit positiven Erfahrungen durch das Fehlen von Abgas- und Lärmemissionen. Die Winzer können diese Geräte dank dem Projekt zu einem vergünstigten Preis kaufen. Ein Kleinwasserkraftwerk und Photovoltaikanlagen werden aufgebaut. Das Projekt gewährleistet die Begleitung und Auswertung. Dabei werden weitere Umwelt- und Klimaschutz-Aspekte thematisiert, z.B. das Begrünen der Reben oder Massnahmen die zum Einsparen von Spritzmitteln führen. Der Information anderer land- und forstwirtschaftlicher Betriebszweige sowie der breiteren Öffentlichkeit, inklusive TouristInnen, wird grosse Bedeutung zugemessen. Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit der Genossenschaft ValNature und dem im November 2011 gegründeten gemeinnützigen Verein ValNaturePro durchgeführt. Bis Ende 2011 wurden von Mitgliedern der Genossenschaft 2 Photovoltaik-Anlagen erstellt und Druckleitungen für das geplante Kleinwasserkraftwerk verlegt.

Wirkung

Zwanzig WinzerInnen bewirtschaften 100 ha Reben weitgehend elektrisch. Ab dem zweiten Jahr werden jährlich 71'000 kg Diesel und 2'000 kg Benzin eingespart und 280 Tonnen CO2 weniger emittiert. Die WinzerInnen haben gesundheitliche Vorteile: keine Abgase und viel weniger Lärm. Boden und Wasser sind nicht mehr durch Treibstoffe und Mineralöl gefährdert. Die Stromversorgung soll hauptsächlich lokal über Photovoltaik- und eine Kleinwasserkraftanlage gedeckt werden. Innerhalb der Genossenschaft wird verstärkt auf begrünte Weinberge und biologischen und ökologischen Rebbau gesetzt. Die Tourismusdestination Wallis wird aufgewertet und der Naturpark Pfyn-Finges kommt seiner Mission als attraktives Erholungsgebiet näher. Pro Jahr werden ca. 700'000 Flaschen ""Klimaschutz-Wein"" produziert. Pro Flasche Wein ergibt dies eine Verminderung der Treibhausgas-Emissionen um 0.4 kg CO2.

Standort

Salgesch

Beteiligte

Naturpark Wallis Pfyn-Finges, Genossenchaft ValNature, Verein ValNaturePro, BioSuisse, Schweizerische Eidgenossenschaft, Kanton Wallis, 20 WinzerInnen als Testbetriebe für die elektrischen Rebbaumaschinen. 3 Rebbaubetriebe als Vergleich. Diverse Organisationen: Delinat-Institut fur Okologie, VitiVal, Delinat-Institut; dann: industrielle Betriebe: Maschinenbau, erneuerbare Elektrizität.

Finanzierung

dynAlp-climate: 20.000€, Co-Finanzierung durch Bundesamt für Landwirtschaft, Kanton Wallis, BioSuisse, und die Gemeinden Salgesch, Varen, Leuk

Projektkosten

277'000.00 Euro

Ansprechperson

Genossenschaft ValNature
Felix Küchler
Waldstrasse 26
3952 Susten / CH
Telefonnummer: +41 (0)27 473 34 40
Telefax: +41 (0)27 473 34 41
Email: [email protected]