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Kulturlandschaftskartierung Brandberg

Erhaltung der Kulturlandschaft, insbesondere der noch vorhandenen Reste traditioneller vorindustrieller und arbeitsintensiver Kulturlandschaft. Leistungsgerechte Entschädigung der Bauern für erbrachte naturschutzfachliche und landschaftspflegerische Leistungen, die der Allgemeinheit zugute kommen. Erstellung einer Kulturlandschaftskartierung als objektive Bewertungsbasis für Maßnahmen des Vertragsnaturschutzes und der Dorferneuerung.

Zielsetzung

Die Brandberger Kulturlandschaft soll im Interesse des Fremdenverkehrs, der Landespflege und des Naturschutzes erhalten werden. Mit der Kulturlandschaftskartierung soll die Gemeindeverwaltung in die Lage versetzt werden, zur Sicherung kulturlandschaftlicher Leistungen der örtlichen Landwirtschaft Fördermittel gezielt, objektiv und nachvollziehbar einzusetzen. Durch eine geeignete Organisationsform soll zudem der Verwaltungsaufwand für Vergabe und Kontrolle der eingesetzten Fördermittel so gering wie möglich gehalten werden. Mit welchen Fördermitteln hier gearbeitet werden kann, ist noch nicht fixiert. Als Vorbild könnte das „Fördermodell Brandberger Bergmähder“ dienen (vgl. eigener Eintrag in dieser Datenbank). Dabei handelt es sich um ein Vertragsnaturschutzmodell für die Brandberger Bergmähder, das auf Initiative des Landesumweltanwaltes von Tirol, DI Riccabona, und des Ortsbauernobmannes Bgm. Thanner, ins Leben gerufen wurde. Seit 1992 werden Mähprämien in der Höhe von 5000 ATS pro Hektar vom Land Tirol, Abt. Umweltschutz, dem Tourismusverband Mayrhofen und der Gemeinde Brandberg finanziert. Seitdem wurde die Bergmahd auf einigen Flächen wiederaufgenommen. Ebenso könnten ÖPUL-Gelder als Fördermittel in Frage kommen, wobei hier die Entwicklung des ÖPUL-Programmes für Tirol erst abzuwarten ist. Ziel ist ein hangneigungsabhängiges Fördermodell, das eine Entschädigung für die händische Mahd auf Steilflächen vorsieht. Diese Flächen sind am akutesten von einer Auflassung der Bewirtschaftung bzw. einer Umwandlung in Weideflächen bedroht.
Die Beratung der Landwirte soll in Zusammenarbeit mit den Landwirtschaftskammern ebenfalls in der Gemeinde vorgenommen werden können.

Durchführung

Die Kulturlandschaftskartierung, die vom Büro REVITAL in Lienz durchgeführt wurde, bezieht sich auf den landwirtschaftlich genutzten Dauersiedlungsraum der Gemeinde Brandberg im Zillertal einschließlich angrenzender teilweise noch beweideter Waldbestände. Die Kartierung erfolgte auf Basis entzerrter Falschfarbenluftbilder mit unterlegtem Katasterplan. Die Ergebnisse der Kartierung (vorliegend in digitaler Form) wurden Gemeindevertretern sowie der bäuerlichen Bevölkerung vorgestellt und mit ihnen diskutiert. Das Projekt wurde im Rahmen einer Internationalen Fachtagung einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt. Aus den Ergebnissen der Kulturlandschaftskartierung wird ein objektiver und einfach anwendbarer Richtlinienkatalog entwickelt, der neben den landschaftsökologischen und ortsbildlichen Gesichtspunkten auch agrarstrukturelle und sozioökonomische Entscheidungsgründe mit einbezieht. Der Richtlinienkatalog orientiert sich an den nationalen und internationalen Rahmensetzungen im Bereich der Förderung ökologischer Landbewirtschaftung und wird laufend aktualisiert. Um einen Erfahrungsaustausch mit Gemeinden, die ähnliche Vorgaben verfolgen, zu gewährleistsen, wurde im Herbst 1999 eine Fachtagung veranstaltet, zu der die Partnergemeinden der Gemeindenetzwerkes „Allianz in den Alpen“ sowie weitere Interessenten eingeladen wurden.

Wirkung

Neben den rein finanziellen Vorteilen eines Fördermodells, soll die Kulturlandschaftskartierung ein Umdenken bei den Landwirten zur Folge haben. Neben den Produkten Milch und Fleisch erzeugen sie auch das Produkt „Landschaft“, und auch dieses muß seinen Preis haben. Gerade am Vertragsnaturschutzmodell „Brandberger Bergmähder“ zeigt sich, daß der Tourismus dazu bereit ist, für eine gepflegte Kulturlandschaft seinen Beitrag zu leisten. Dieser Umdenkprozess ist voll im Gange und vielleicht das langfristig wichtigste Ergebnis der Kulturlandschaftskartierung: Der Landwirt ist kein Almosenempfänger, sondern wird von den Nutznießern seiner Arbeit leistungsbezogen bezahlt.

Standort

Brandberg bei Mayrhofen

Beteiligte

- Organisation: Gemeinde Brandberg und Ruhegebiet Zillertaler Hauptkamm
- Kartierung und EDV-Bearbeitung der Karten: Büro REVITAL, Lienz und Vermessungsbüro Ebenbichler, Brandberg.
- Von der Kartierung betroffene Bauern: alle Landwirte der Gemeinde Bran

Finanzierung

Gesamtkosten des Projekts: 80.000 Euro
Davon werden
- 50% vom Land Tirol, Abt. Umweltschutz und
- 50% von der EU (Maßnahme A3 „Allianz in den Alpen“ des EFRE-Förderprogrammes) getragen.

Ansprechperson

Gemeinde Brandberg
c/o Koordination Ruhegebiet Zillertaler Hauptkamm
Sportplatzstr. 307
6290 Mayrhofen im Zillertal / AT
Telefonnummer: +43 5285636 01
Telefax: +43 5285 636 01
Email: gemeinde@brandberg.tirol.gv.at
Internet: http://www.naturpark-zillertal.at