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Projekte

Der Steinbacher Weg ganzheitlicher Gemeindeentwicklung

1986 hat die Gemeinde Steinbach a. d. Steyr einen neuen Weg der ganzheitlichen Gemeindeentwicklung begonnen. Unter Beteiligung der Bürger wurde ein Leitbild erstellt, ein Entwicklungskonzept erarbeitet und Projekte mit dem Ziel einer nachhaltigen Entwicklung der Gemeinde im Sinne der lokalen Agenda 21 entwickelt und umgesetzt .

Zielsetzung

Ziel ist die nachhaltige Entwicklung der Gemeinde verbunden mit der Umsetzung der Lokalen Agenda 21. Konkrete Ziele waren die Wiederbelebung des Ortskerns, die Korrektur von Planungsfehler in der Raumordnung, die Umstellung der Energieversorgung auf nachwachsende Rohstoffe (Hackschnitzel), die Schaffung von geschlossenen wirtschaftlichen Kreisläufen.

Durchführung

1987 begann eine kleine Gruppe politischer Mandatare, die Erneuerung der Strukturen der Gemeinde über Parteigrenzen hinweg in Angriff zu nehmen. Dazu wurde ein Leitbild erarbeitet und nach einer klaren Analyse der Situation, der Stärken und Schwächen der Gemeinde, ein Entwicklungskonzept für die Gemeinde erarbeitet. Die Erstellung des Leitbildes und erfolgte über den Zeitraum von einem Jahr unter Einbeziehung von Bürgern, Vereinen, Institutionen und Körperschaften der Gemeinde. Das Leitbild umfaßt vier gleichberechtige Säulen der Entwicklung: Dorfgemeinschaft und Lebensqualität; Kultur und Identität; Arbeit und Wirtschaft; Natur und Umwelt. Für diese Themenbereiche wurden ausführliche Ziele formuliert und mit Umsetzungsaktivitäten und konkreten Projekten begonnen, wie z.B. die Ortsplatzgestaltung, die Renovierung des alten Pfarrhofs, Erzeugung und Vermarktung von Steinbacher Dörrobst und Natursäften, Bau und Betrieb von Hackgutnahwärmeanlagen (Hackschnitzelheizung), die Umsetzung von Baulandkonzepten und die Umsetzung eines dezentralen Abwasserentsorgungskonzeptes. Die Umsetzung des Leitbildes wird vom Gemeinderat koordiniert, der Stand der Umsetzung einmal jährlich in einer Klausurtagung überprüft. Nach Gemeinderatswahlen wird das Leitbild überarbeitet (bisher zwei mal geschehen, Änderungsvorschläge können dann von allen Gemeindemitgliedern eingebracht werden).

Wirkung

Die Situation der Gemeinde Steinbach a. d. Steyr hat sich seit 1986 in den Schlüsselbereichen deutlich verändert: Die Abwanderung wurde gestoppt und eine positive Bevölkerungsentwicklung erzielt. Es konnten 124 neue Arbeitsplätze geschaffen werden (+288 %). Die Arbeitslosenquote in der Gemeinde sank von 9% auf 3%. Zahlreiche Betriebsgründungen führten annähernd zu einer Verdoppelung der Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe von 27 auf 52. Die Landwirtschaft hat eine stabile Struktur und verzeichnet keinen Rückgang. Mehrere Preise und Auszeichnungen wurden erzielt, u.a. der Europäische Dorferneuerungspreis 1994, VCÖ-Preis "Kurze Wege" 1997 und der Umweltschutzpreis des Landes Oberösterreich 1997. An die 200 Gruppen besuchen jährlich Steinbach a. d. Steyr und schöpfen für die Umsetzung dieser Vision im eigenen Ort Kraft und Hoffnung.

Standort

Steinbach a. d. Steyr

Beteiligte

Gemeinde, Gewerbetreibende, Landwirte und Bürger.

Finanzierung

Gesamtkosten des Projektes bisher: ca. 10 Mio. DM, davon 1 Mio. DM aus EU-Fördermitteln, 2 Mio. DM über Bundes- oder Landesmittel, 2 Mio. DM private Projektträger (Gewerbetreibende und Bauern) und 5 Mio. DM wurden von der Gemeinde getragen.

Ansprechperson

Karl Sieghartsleitner
Pfarrhofstrasse 1
4594 Steinbach/Steyr / AT
Telefonnummer: 0043 7257 8411 15
Telefax: 0043 7257 8411 20
Email: ing.karl.sieghartsleitner@aon.at
Internet: www.europear.bestpractice.com

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