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Projekte

Tourismuskonzept Hindelang mit Schwerpunkt PROJEKT EXPO 2000 "Hindelang - Natur und Kultur"

Flächendeckend extensive Berglandwirtschaft mit Erhalt der ökologisch vielfältigen Kulturlandschaft sowie des Landschaftsbildes, Förderung der Direktvermarktung und -weiterverarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse vor Ort, Erhalt der bäuerlichen Kleinbetriebe, Tourismusentwicklung in Einklang mit Natur und Kultur im Rahmen einer nachhaltigen Kommunalentwicklung, Einbezug der Gäste in die Projekte.

Zielsetzung

Sicherung der Berglandschaft, großflächiger Naturschutz durch die Beteiligung von 86 der 87 Landwirte, Initiierung eines Biosphärenreservates (Allg. Alpen/Lechtal), Touristische Entwicklung in Einklang mit Heimat und Natur, natur- und sozialverträglicher Tourismus, nachhaltige Kommunalentwicklung.

Durchführung

Auslöser Mitte der 80iger Jahre war das Landschaftspflegekonzept: "Schutz der Natur durch ökologische Ausgleichzulagen" durch den Bund Naturschutz in Bayern. Hindelang ist ein Pilotprojekt. Ein landwirtschaftlicher Bildungsreferent wurde vom Bund Naturschutz gestellt. Es wurde folgendermaßen vorgegangen:
A) Kartierung aller ökologisch wertvollen Flächen (2 Jahre)
B) Darstellung der staatl. Förderungsmaßnahmen und Einwirken auf die Fördersatzhöhe (je 2 Jahre)
C) Aufklärung der Landwirte und der Gemeinde (Kartenmaterial, förderprogrammspezifische Kenntnisse) und ökologische Beratung (3 Jahre)
D) Großflächige Landschaftspflege, durch extensive, ökologische Bewirtschaftung der Bergwiesen durch die ortsansässigen Landwirte, zur Verhinderung der Verbuschung und Verarmung von Wiesen
E) 1993 Gründung des Landschaftspflegevereins "Hindelang - Natur und Kultur". Die Bauern die diesem Verein beitreten, verpflichten sich, 90% des Futters in Hindelang herzustellen und auf Handelsdünger zu verzichten. F) 1994 Start der Direktvermarktung; Schaffung des Qualitätslabels: Produkte mit diesem Zeichen stammen garantiert von Bauern die am Projekt teilnehmen, das heißt sie entsprechen den Richtlinien des Vereins "Natur und Kultur", und tragen deshalb zur Erhaltung der Umwelt bei
G) Weitere flankierende Maßnahmen: Gründung des Vereins "Sonnenwende", ÖPNV-Konzept, Erstellung und Publikation der jährlichen Umweltbilanz und die Erarbeitung eines Hindelanger Tourismus-Konzeptes, Gästebeteiligungen über Baumpflanzaktionen, Käseseminare, thematische Wanderungen etc.
H) 2000: Geplanter Baubeginn eines neuen Direktvermarktungszentrums an Stelle des alten Postgebäudes.

Wirkung

Schaffung eines neuen Selbstbewußtseins, Stärkung der kulturellen Identität der Landwirte (Öko-Label, Direktvermarktung, Garanten einer intakten alpinen Kulturlandschaft als Grundlage des Lebens-, Wirtschafts-, Erholungs- und Naturraumes der gesamten Gemeinde). Verbesserung der Zusammengehörigkeit. Initiierung neuer Aktivitäten, sowie Schaffung eines positiven Image (Direktvermarktung, Reinluftgebiet als Vorraussetzung für Allergiker-Behandlungen, Produkte für Gesundheitstourismus (Molke, Heu)). Anwendung neuer Methoden der direkten Demokratie (Netzwerke, Offenes Forum, Arbeitskreise). Das Projekt war bereits mehrfach "weicher" Standortfaktor für Investorenansiedlung in Hindelang (Klinik für Naturheilverfahren, Jugendbildungsstätte des DAV, etc.).

Beteiligte

Wald und Weidengenossenschaften, Bund Naturschutz in Bayern, Gemeinde, Kurverwaltung Hindelang, Bergbauern (Initiatoren), Tourismuswirtschaft/Handel/Gewerbe-Kooperationen: Offenes Forum Tourismus/ Tourismusbeirat; Landschaftspflegeverein "Hindelang - Natur und Kultur"; Hindelanger Bauernvermarktungs GmbH&CoKG; Verein "Sonnenwende" Hindelang.

Finanzierung

Aus kommunalen Steuermitteln: jährlich 150.000 DM. Finanzierungsquellen zum Anschub: RISO Deutschland (bis 1994), Kraft Jakobs Suchard (ab 1996 als Sponsoren), Gemeinde Hindelang.

Ansprechperson

Jan Schubert
DE