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Projekte

Vrin - Gesamtentwicklung eines Dorfes

In der Gemeinde Vrin wurde eine Gesamtmelioration in der Landwirtschaft durchgeführt. Da sich die Gemeinde in einer schwierigen Lage befand, entstand als Ergänzung dazu ein Gemeinde-Entwicklungskonzept. Das Augenmerk wurde dabei besonders auf solide, gut strukturierte landwirtschaftliche Betriebe sowie auf die Erhaltung und Gestaltung der Bausubstanz gelegt. Das Konzept entstand unter Mitwirkung zahlreicher Beteiligter aus den verschiedensten Interessensbereichen. Mit dem Bau neuer Güterwege und der Zusammenlegung der Parzellen, sowie der Beibehaltung der traditionellen Hofeinheit von Wohnhaus, Stall und Garten (durch Erweiterungen, Sanierungen und Neubau von Wohnhäusern), konnten diese Ziele erreicht werden: Die Landwirtschaft blieb im Dorf, neue Stallbauten wurden vorwiegend am Dorfrand gebaut und die Bevölkerung der Gemeinde Vrin zog den direkten Vorteil von der sorgfältig geplanten Entwicklung des Dorfes.

Zielsetzung

- Die wirtschaftliche Grundlage des Dorfes als ganzes langfristig sichern und gleichzeitig das intakte Dorf- und Landschaftsbild erhalten.
- Neuorganisation der Bodennutzung

Durchführung

Die ersten Massnahmen umfassten den Bau von rund 20 km Güterwegen und die Zusammenlegung der 3400 bestehenden Parzellen in 610 neue (pro Eigentümer ergab dies eine Reduktion von durchschnittlich 16,4 auf 2,9 Parzellen). Weiter standen die Erschliessung und Sanierung der Kuhalp Ramosa sowie die Einrichtung einer Ziegenalp mit Stallungen in Parvalsauns auf dem Programm.
Im Dorf selbst wurden verschiedene Wohnhäuser saniert, ergänzt oder gar neu gebaut, und seit 1996 gibt es eine Mehrzweckhalle. Alte Stallbauten wurden erneuert und z.T. im Dorf selber neu gebaut. Am Rand des Dorfes sowie unterhalb der Kirche entstanden grössere neue Ställe, ohne dass dabei der Charakter des Dorfes in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Wirkung

- Neuorganisation der landwirschaftlichen Betriebe;
- bedeutende Verbesserung der Zusammenarbeit unter ihnen.
Das Kollektiv wurde gefördert, die privaten Interessen hinter die Interressen der Allgemeinheit gestellt.

Standort

Vrin, Lumnezia

Beteiligte

- die Stiftung Pro Vrin
- die Gemeindebehörde
- die Meliorationsgenossenschaft (gegründet 1982)
- die kantonale Denkmalpflege.
Das alles entscheidende Element lag jedoch darin, dass sich der in Vrin lebende Architekt Gion A. Caminada für das Bauen in Vrin einsetzte.

Finanzierung

Die Pro Patria unterstützt das Projekt. Auch der Schweizer Heimatschutz, und Privatpersonen trugen dazu bei, sowie neuerdings der Kulturlandschaftsfonds der Schweizerischen Stiftung für Landschaftsschutz und Landschaftspflege, welcher für die beiden Gemeinden Vrin und Sumvitg eingerichtet wurde. Während der nächsten 40 Jahre stehen dank ihm jährlich CHF 15'000.- bis 20'000.- für Projekte, die im Zusammenhang mit der Landschaft stehen, zur Verfügung. Am 13. Juni 1998 erhielt Vrin den Wakkerpreis "für die sorgfältige Integration neuer landwirtschaftlicher Ökonomiegebäude ins Dorfbild". Es sind CHF 20'000, die vom Schweizer Heimatschutz alljährlich an eine Gemeinde verliehen werden, die sich um ihr kulturelles und architektonisches Erbe und dessen Weiterentwicklung in die Zukunft besonders verdient macht.

Ansprechperson

Gion A. Caminada
7149 Vrin / CH
Telefonnummer: +41 81 931 17 66
Telefax: +41 81 931 34 03
Email: caminada@arch.ethz.ch
Internet: http://www.vallumnezia.ch