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Wanderung zur Triftbrücke und Windegghütte, 1'720 m

Triftbrücke, Gadmen, Bern, Schweiz

Wo Feuer und Eis aufeinander treffen

Mitten in der Urlandschaft unterhalb des Triftgletschers/CH biwakierten Anfang August 2019 AktivistInnen. Sie entzündeten ein «Feuer in den Alpen» als Protest gegen den geplanten Stausee, der diese Landschaft unter Wasser setzen sollte.

Eine graue Nebelwand hängt an diesem Augustabend über dem Gadmer Tal im Berner Oberland, nur wenig Licht durchdringt die diesige Luft. 40 AktivistInnen haben sich versammelt, um hier oben auf rund 2‘000 Metern Höhe gemeinsam ein «Feuer in den Alpen» zu entfachen, ein Mahnmal für den Erhalt dieser einzigartigen Landschaft. Sie balancieren über einen schmalen, vom Regen nass gewordenen Weg. Aus der Tiefe dringt das Getöse des Flusses herauf, gespiesen vom Gletschersee der Trift. Der See entstand in Folge des Klimawandels.

Dort planen die Kraftwerke Oberhasli einen Staudamm für ein neues Wasserkraftwerk. Für 387 Millionen Franken wollen sie hier eine 100 Meter hohe Staumauer bauen. Das neue Kraftwerk würde dem Trift-Komitee zufolge einen Beitrag von nur zwei Promille an die gesamte Stromproduktion in der Schweiz leisten. «Im Moment liegt das Konzessionsgesuch betreffend der geplanten Staumauer beim Kanton», erklärt Hans Weber, Geschäftsleiter von CIPRA Schweiz. Doch die Umweltorganisationen seien sich in dieser Sache uneinig.

Einhellig dagegen sind die anwesenden AktivistInnen. Bei der Feuerstelle angekommen, verteilen sie sich auf der kleinen Ebene neben einem zwei Meter hohen Steinmännchen. Alphornklänge verkünden den Beginn des Festakts, das Alpenfeuer wird entfacht. Dominik Siegrist, Bergwanderer und Mit-Initiator des Triftkomitees, richtet seine Worte an die Anwesenden: «Die Trift ist ein Ort, wo man die Naturprozesse unverändert beobachten kann, eine fantastische Landschaft mit einer gewaltigen Kraft.» Es scheint, als ob der Rauch des Feuers Löcher in die Nebeldecke reissen würde. Sie geben den Blick auf den Trift-Gletscher frei. Wind kommt auf.

Diese Gegend sei zu speziell, um sie unter Wasser zu setzen, meint Harry Spiess, einer der Teilnehmer am Camp und Forscher für nachhaltige Energiesysteme an der ZHAW School of Engineering. Er sei eigentlich immer der Meinung gewesen, dass man jede Chance für erneuerbare Energien nutzen sollte – bis er sich selbst ein Bild gemacht habe. «Es gibt innovativere Lösungen für Energiespeicherung, deshalb finde ich diese Kontroverse innerhalb der ökologischen Bewegung besonders spannend.»

Weitere Stimmen vom Trift-Camp nachhören: Stimmen vom Trift-Camp nachhören

Ausgangspunkt: Talstation der Triftbahn in Gadmen/CH

Höhenunterschied: 400 m

Anforderungen: Trittsicherheit, mittelschwere Wanderung über Geröll und karge Felsen, die Triftbrücke ist über einen Familienweg oder einen etwas schwierigeren Weg zu erreichen.

Einkehr/-Übernachtungsmöglichkeit: Windegg-Hütte (rund 40 Betten im Schlafsaal)

Wegbeschreibung: Ab Bergstation Triftbahn über Steinvorfeld zur Triftbrücke. Variante: Ketteli-Weg (T3) oder Familienweg (T2). Von der Bergstation erreicht man die Brücke in etwa 1,5 Stunden. Über einen Familienweg gelangt man anschliessend zur Windegg-Hütte, wo Einkehr und Übernachtungsmöglichkeiten bestehen. Der etwas schwierigere Ketteli-Weg ist für schwindelfreie Personen und geübte Wanderer geeignet. Der Weg zur Brücke ist über einen schmalen Felsweg, der mit Ketten gesichert ist, zu erreichen.

Weitere Details und Informationen: Triftkomitee, Grimselverein, Windegghütte, Gletscher-Initiative

Interaktive Alpenkarte