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Wanderung zum Vršičpass, 1'611 m

Vršič, Slovenija

Pass-Geschichten abseits der Strasse

Der slowenische Vršičpass ist bei Motorradfahrern und Autofahrern äusserst beliebt. Doch wer die Geschichte(n) rund um diesen Gebirgspass in den Julischen Alpen wirklich erfahren möchte, macht sich besser zu Fuss auf den Weg – so wie eine Gruppe junger Erwachsener bei der Veranstaltung «Feuer in den Alpen» mit CIPRA Slowenien von 8. bis 10. August 2019.

Still hockt eine Gruppe Jugendlicher auf dem Betondach einer alten Materialseilbahn. Sie schauen auf die weiss strahlenden Felswände des Prisojnik in den Julischen Alpen. Zwischendurch tauchen sie Pinsel in Farbe arbeiten malen auf Papier, was sie sehen. Andere laufen mit einem Audiorecorder und Kopfhörern durch den Wald, ihre Stimmen und ihr Lachen sind weithin hörbar. Unter ihnen ist auch Špela Berlot, die Geschäftsführerin von CIPRA Slowenien. Ob Landschaftsmalerei, ein Hörspiel, Kunstwerke aus Steinen und Blättern oder ein Fotografie-Workshop: Die Wanderung zum Vršičpass und Workshops am Weg dorthin sollen eine intensive Auseinandersetzung mit der Landschaft ermöglichen, wie sie sich erhofft. «Wir wollen eine Diskussion rund um Bergpässe in Gang bringen. Denn sie sind wichtige Orte der Kreativität, des Kultur- und Naturerbes und wichtige Verbindungswege zwischen Tälern.»

So wird während der Wanderung über Sagen, Mythen und Kindergeschichten aus der Region gesprochen. Zum Beispiel über den Hirtenjungen Kekec, der hier gelebt haben soll. Seine Geschichte stammt aus der Zeit Ex-Jugoslawiens und ähnelt der Kinderbuchfigur Heidi aus den Schweizer Alpen. Auch Zala, die schon 2018 an «Feuer in den Alpen» teilgenommen hat, kennt die Geschichte von Kekec natürlich. Sie erinnert der Vršičpass an ihre Kindheit. Vor allem die unzähligen Steinmännchen entlang der Passstrasse seien ihr noch gut im Gedächtnis, erzählt sie. «Und natürlich die wunderschöne Berglandschaft.»

Den 18-jährigen Domen fasziniert die Vergangenheit dieses Ortes, ihm komme dabei vor allem der erste Weltkrieg in den Sinn, wie er meint. «Ich habe viel darüber gelesen.» Tags darauf stellen die Teilnehmenden ihre Kunstwerke bei einer Mini-Ausstellung auf einer Berghütte einigen MedienvertreterInnen vor, um dann das solidarische «Feuer in den Alpen» zu entzünden – als Zeichen für den Erhalt des Natur- und Kulturerbes am Vršičpass.

Die Veranstaltung wurde im Rahmen des Projekts «Living Labs» durchgeführt und von Erasmus+ gefördert.

Stimmen vom Vršičpass nachhören

Ausgangspunkt: Bushaltestelle in Kranjska Gora.

Höhenunterschied: rund 900 m

Anforderungen: Landschaftlich und geschichtlich beeindruckende Bergwanderung auf gut markierten Wegen.

Einkehr/-Übernachtungsmöglichkeit: Mittagessen in der Hütte «Tonkina koča», Übernachtung in der Hütte «Erjavčeva koča na Vršiču». Beide liegen an der Passstrasse.

Wegbeschreibung: Entlang des Alpe-Adria-Trails vorbei an den Jasna-Seen taleinwärts, nach der Querung eines Bachbetts bei einer grossen Wegkreuzung leicht ansteigend nach rechts. Hinauf zur «Russischen Kapelle» und in Serpentinen hinauf zum Pass. Der Vršičpass ist Ausgangspunkt für zahlreiche Gipfelwanderungen und Kletterrouten.

Weitere Details und Informationen: Ogenj v Alpah 2019 (sl), Projekt Living Labs

Podcast: Ogenj v Alpah 2019

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