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Klimakommunikation im Allgäu

Am 25.04.2019 fand im Energie- und Umweltzentrum Allgäu eza! in Kempten eine Knotenpunkt-Veranstaltung zum Thema Klimakommunikation statt. Ziel der Veranstaltung war es, erfolgversprechende Kommunikationsmethoden zu beleuchten, um es den Akteur*innen im Knotenpunkt Projekt zu erleichtern, ihr breites Wissen zu den verschiedenen Arten der Nachhaltigkeit unter die Menschen zu bringen. Zwar beschäftigte uns hauptsächlich das Thema Klimaschutz, aber die Inhalte sind ohne weiteres auch auf andere Themen übertragbar.

Akteur*innen aus verschiedensten Initiativen und Organisationen sowie der Lokal- und Regionalgruppen der Mitgliedsverbände von CIPRA Deutschland sind zu der Veranstaltung erschienen, die von Dr. Isabel Wendl (eza!), Alexander Rossner (Zukunftswerk Klimaschutz e.V.), Falko Müller (freiberuflicher Nachhaltigkeitsberater) sowie von Uwe Roth und Miriam Hoch (CIPRA Deutschland) begleitet wurde.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Uwe Roth und Dr. Isabel Wendl sowie einer Vorstellung von CIPRA Deutschland durch Christine Eben, Vize-Präsidentin von CIPRA Deutschland, gab es zur Themeneinführung zwei Vorträge.

Alexander Rossners Vortrag stand unter dem Motto eines Zitats:

„Kooperation ist die einzig konstruktive Antwort auf den Klimawandel.“

Christoph Bals

Er berichtete von verschiedenen spannenden Projekten zum Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit und zeigte auf, dass es noch nie so viele zivilgesellschaftliche Bewegungen in diesen Themenbereichen gab. Sehr eindrucksvoll stellte dies ein Film von Lillian Rosa dar, den er mitbrachte.

Neben diesen Protestaktionen und beflügelt durch die globalen zivilgesellschaftlichen Dynamiken, gibt es aber auch regionale Initiativen, die nach dem Bottom-up-Prinzip durch gesellschaftliche Entwicklungen und auch politische Veränderungen die regionale Entwicklung beeinflussen (z.B. Klimaherbst München, Klimafrühling Oberland, Energiegenossenschaft Peißenberg, #oismehrwert).

Alexanders Vortrag war als Motivation an die anwesenden Akteur*innen gerichtet, weiterhin so aktiv und leidenschaftlich für eine klima- und umweltfreundlichere Zukunft zu kämpfen.

Dazu gab Falko Müller in seinem Vortrag konkrete Handlungsempfehlungen, erläuterte eine zielgerichtet Art und Weise der Klimakommunikation und ging dabei auch auf häufige Fehler ein.

„Wenn CO2 gelb wäre und nach nassem Hund riechen würde, hätten wir das Problem längst gelöst“

Falko Müller

Da dies nicht der Fall ist und wir von einer Lösung des Problems noch weit entfernt sind, zeigte er auf, wie Aufmerksamkeit generiert werden kann, die dann auch in effektives Handeln übergeht. Kern seines Vortrags war ein Kommunikationsmodell, das er anhand anschaulicher Beispiele vorstellte. Das Modell basiert auf den vier Faktoren Anreize, Handlungsoptionen, Feedback und soziale Normen, die - richtig angewendet - zu einer Verhaltensänderung in der Zielgruppe führen.

Häufige Fehler in der Klimakommunikation sind zum Beispiel das Drohen mit Weltuntergangsszenarien oder die Verwechslung des eigenen Anliegens mit dem der Zielgruppe. Außerdem macht es Sinn, zahlenbasierte und abstrakte Argumentation nicht in den Mittelpunkt zu stellen, sondern vielmehr den emotionalen Bereich des Gehirns anzusprechen.

Die beiden Vorträge wurden rege vom Publikum aufgenommen und diskutiert, sodass die eingeplante Kaffeepause nach hinten verschoben werden musste.

Anschließend wurden zwei Gruppen gebildet; eine mit dem Thema „nachhaltiges Verhalten“ und die andere mit dem Thema „Energiewende“. Die Akteur*innen waren aufgerufen bei der Anmeldung ein Thema aus ihrer Praxis anzugeben, um dieses in den Workshops zu diskutieren. Die vorgeschlagenen Themen ließen sich in die beiden übergeordneten, genannten Themen einordnen und die Teilnehmer*innen waren aufgerufen ihr Thema nochmal in der entsprechenden Gruppe vorzustellen. Ziel dieser Workshops war es anhand dieser konkreten Beispiele das von Falko Müller vorgestellte Klimakommunikationsmodell anzuwenden, um so das Modell zu verinnerlichen und die zukünftige Kommunikationsarbeit der Teilnehmer*innen zu verbessern.

Die Gruppe mit dem Thema „nachhaltiges Verhalten“ konkretisierte ihr Thema zu „Wie überzeuge ich die Bewohner einer Kleinstadt aufs Autofahren mit dem eigenen Auto zu verzichten“ und listete dazu einige Herausforderungen, Ideen und Anregungen anhand des Kommunikationsmodells. Anreize wären zum Beispiel freie Meilen beim Car-Sharing Anbieter, als Feedback könnten die CO2-Einsparungen auf der Abrechnung sichtbar gemacht werden.

Die Gruppe mit dem Thema „Energiewende“ diskutierte ebenfalls sehr rege und schrieb Allianzen und eine schlechte Zinssituation als Handlungsanreize auf. Weiterhin hielten sie fest, dass es persönliche und vor allem auch ungewöhnlich Botschafter (wie zum Beispiel der örtliche Pfarrer) geben muss, um die Bevölkerung an die Themen der Energiewende heranzuführen.

Nach einer Vorstellung der Gruppenergebnisse, klang die Veranstaltung mit einem kleinen Buffet und vielen weiteren interessanten Gesprächen aus. Wir bedanken uns nochmal bei allen Teilnehmern, der eza! und den Referenten Alexander Rossner und Falko Müller.

Wir sind natürlich sehr gespannt, ob die Veranstaltung und das Kommunikationsmodell den Akteur*innen hilft, ein nachhaltigeres Verhalten bei der Zielgruppe zu erreichen und werden es nochmal bei der abschließenden Netzwerk-Konferenz aufgreifen.

 

 

 

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Partner

Die Veranstaltung wurde gefördert von Umweltbundesamt und Bundesumweltministerium

und unterstützt vom Ständigen Sekretariat der Alpenkonvention, Energie- und Umweltzentrum Allgäu und  Zukunftswerk Klimaschutz e.V.



Einladungsflyer

Informationen zum Ausgangspunkt der Veranstaltung finden Sie auf unserem Einladungsflyer.