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Netzwerkkonferenz

Am 10.03.2020 fand in München die Netzwerkkonferenz als abschließende Veranstaltung des Projekts "Knotenpunkt Alpen" statt. Ziel dieser Veranstaltung war es, die in den vorherigen Veranstaltungen ausgelegten Fäden zu „verknoten“ und um eine Zukunftsperspektive zu erweitern. Drei Workshops zu den Themen Green Finance, Nachhaltigkeitskommunikation und Gemeinwohl-Ökonomie boten den Teilnehmenden neben spannenden inhaltlichen Aspekten auch einen geeigneten Rahmen, um einander kennenzulernen und sich zu vernetzen.

Die Praterinsel bietet mit dem Alpinen Museum einen ganz besonderen Ort im Herzen von München. Genau die richtige Atmosphäre also für die Abschlussveranstaltung eines ganz besonderen Projekts. Dr. Peter Eggensberger aus dem bayerischen Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz verglich es in seinem Grußwort mit einem Marathon, auf dessen Weg diese Netzwerkkonferenz eine Versorgungsstation darstellt. Er drückte dabei seine Bewunderung für das Erreichte aus und sicherte CIPRA Deutschland ein offenes Ohr beim weiteren Vorgehen zu.

Von Netzwerken zu Nutzwerken

Das Projekt "Knotenpunkt Alpen" strebt an, Akteur*innen zu vernetzen, die sich für eine nachhaltige Entwicklung im bayerischen Alpenraum im Sinne der Alpenkonvention einsetzen. Die Netzwerkkonferenz fasste dieses Bestreben nun noch einmal zusammen und versuchte die Akteur*innen zu motivieren, dranzubleiben, sich zu vernetzen und bereits entstandene Kontakte aufrechtzuerhalten. Inspiration erhielten die Teilnehmenden in der Keynote eines exzellenten Netzwerkers: Daniel Überall, Gründer und Vorstandsmitglied des Kartoffelkombinats und der Anstiftung. Er zeigt aus seiner langen Erfahrung in verschiedensten Netzwerken (z.B. intereuropean human aid associationMünchen muss handeln, Klimaherbst) wie Vernetzungsarbeit gelingen, in produktives Handeln umgesetzt und damit aus einem Netzwerk ein „Nutzwerk“ werden kann.

Kreative Kurzvorträge von engagierten Menschen

Einen ähnlichen Tenor schlug Sina Rittweg an, die im Pecha-Kucha-Block vorstellte, wie sie von ihrer Agentur bayrisch by nature zur Gründung des Nachhaltigkeitsstammtischs Garmisch-Partenkirchen kam. Ihr eindrucksvoller Vortrag von 20 Folien à 20 Sekunden mündete in einem Appell an die Anwesenden “vom Predigen ins Handeln zu kommen”. Matthias Reichhart vom Zukunftswerk gelang es, den Ball aufzugreifen und in seinem Kurzvortrag Projekte vorzustellen, die bereits vom Predigen ins Handeln gekommen oder gerade auf dem Weg dorthin sind, wie das Festival der Utopien.

Wer, von wo, mit wem?

Der Pecha-Kucha-Block sollte einen Einblick geben, wer sich hinter der beeindruckenden Zahl von über 350 Akteur*innen verbirgt, die sich im bayerischen Alpenraum für eine bessere Zukunft einsetzen. Viele dieser engagierten Menschen fanden auch den Weg zu dieser Veranstaltung, die nicht umsonst den Namen "Netzwerkkonferenz" tragen sollte. Vor, nach und während der Veranstaltung gab es viel Raum, um miteinander ins Gespräch zu kommen, Kontakte auszutauschen und vielleicht erste Gemeinsamkeiten ins Auge zu fassen. Diese Räume wurden auch rege genutzt. Als Anregung verorteten sich die Teilnehmenden auf einer Alpenkarte und legten ihr mitgebrachtes Infomaterial aus. So konnte man auf einen Blick erfassen, wer aus der eigenen Region da war, was der oder die so macht und schließlich, über einen entsprechenden Sticker am Namensschild, wer genau das eigentlich ist.

Im Projekt Knotenpunkt Alpen wurden sieben sogenannte Knotenpunkt-Aktionen durchgeführt. Diese hatten zum Ziel, einen thematischen Rahmen zur Vernetzung der Akteure zu liefern. Wie auch Daniel Überall in seiner Keynote betonte, braucht es ein gemeinsames Ziel, oder zumindest ein gemeinsames Thema, um Menschen zu vernetzen. Im Projekt wurden sogenannte “Metathemen” gewählt, wie Kommunikation, Finanzierung, Zertifizierungen oder (juristische) Rahmenbedingungen. Inhaltlich sind die Akteure*innen der Nachhaltigkeit nämlich meist schon bestens informiert und wissen am allerbesten, wo sie eigentlich hinwollen. Oft gestaltet es sich allerdings gerade für kleine Initiativen und Organisationen als schwierig, genau dorthin zu kommen. Dabei sollten die genannten Metathemen helfen.

Finanzen, Kommunikation und eine reale Utopie

In der Netzwerkkonferenz wurden die erfolgreichsten Themen der Knotenpunkt-Veranstaltungen nochmals aufgegriffen und in drei Workshops vertieft. Konkret sollten die Teilnehmenden mit den Themen Green Finance, Gemeinwohl-Ökonomie sowie Nachhaltigkeitskommunikation Antworten finden auf die Fragen: Welche alternativen Finanzierungsinstrumente gibt es für grüne Projekte? Wie kann ich eine Idee zu einer alternativen Wirtschaftsweise bereits jetzt leben und für mich nutzbar machen? Wie kommuniziere ich meine Themen rund um Nachhaltigkeit richtig? In drei Ecken der Veranstaltungslocation näherten sich die Anwesenden mit ganz unterschiedlichen Herangehensweisen den Antworten auf diese Fragen. Vivien Führ und Sonja Wilhelm von agado, unterstützt von Stefan Marzelli von ifuplan, präsentierten den Teilnehmenden verschiedenste Finanzierungsmöglichkeiten für grüne Projekte und gaben ihnen diesbezüglich praktische Tipps mit auf den Weg. Im anderen Workshop gab  Falko Müller  ein Modell an die Hand, mit dem die Teilnehmenden geeignete Kommunikationstrategien entwickeln können und dies auch gleich anhand einiger Praxisbeispiele taten. Alexander Rossner und Michael Vongerichten führten in Form eines Spiels in die Welt der Gemeinwohl-Ökonomie ein und stellten deren Grundidee für Unternehmen und Organisationen anschaulich dar. Dabei sorgten die Workshopleiter*innen und die diskussionsfreudigen Teilnehmer*innen insgesamt für regen Austausch und gute Stimmung in den Arbeitsgruppen. Neben neuen Kontakten nehmen die Teilnehmenden also neues Wissen zu den Themen Green Finance, Gemeinwohl-Ökonomie sowie Nachhaltigkeitskommunikation mit.

Soziales Netzwerk der Nachhaltigkeit

Als Abschlussveranstaltung des Projekts "Knotenpunkt Alpen" sollte die Netzwerkkonferenz auch eine Zukunftsperspektive der Vernetzungsarbeit aufzeigen. Das Projekt ist nämlich kein neues Netzwerk an sich, sondern eine Plattform, die es den Akteur*innen erleichtert, sich bei Bedarf selbst zu vernetzen. Dazu wurde herausgearbeitet, was den Organisationen solche Vernetzungsmöglichkeiten bieten könnte, ohne sie dabei mit regelmäßigen Treffen oder anderem Aufwand zu überladen. Daraus ergab sich, dass die Lösung eine Online-Plattform sein könnte - ein soziales Netzwerk der Nachhaltigkeit für den Alpenraum. Wie eine solche Plattform aussehen kann, stellte schließlich noch Lukas Schulz auf der Netzwerkkonferenz vor. Er ist Teil des Programmierer-Kollektivs infra4future, das bereits eine solche Plattform verwirklicht hat. Die Plattform stieß auf positive Resonanz und könnte somit der Schlüssel zur Verstetigung der im Projekt angeregten Verbindungen zwischen den Menschen sein.

Gemeinsam neue Wege gehen

Die Netzwerkkonferenz war ein großer Erfolg. Sie konnte dabei nicht nur in thematischer Hinsicht die vorangegangenen sieben Veranstaltungen anhand der Workshops und Vorträge aufgreifen, sondern auch eine wichtige Plattform zur weiteren Vernetzung liefern und um eine Zukunftsperspektive erweitern, nämlich um die Idee eines sozialen Netzwerks der Nachhaltigkeit. Es bleibt abzuwarten, wie viele Akteur*innen sich gemeinsam auf den Weg machen, um eine bessere Zukunft zu gestalten. Das Projekt "Knotenpunkt Alpen" hat den Weg bereitet und den Rahmen geschaffen, aus einem Nebeneinander ein Miteinander zu machen.





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Förderhinweis

Dieses Projekt wurde gefördert durch das Umweltbundesamt und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Die Mittelbereitstellung erfolgt auf Beschluss des Deutschen Bundestages.

Die Verantwortung für den Inhalt dieser Internetpräsenz liegt allein bei CIPRA Deutschland.

Bilder der Veranstaltung

Impressionen zur Netzwerkkonferenz finden Sie hier.

Veranstaltungsflyer

Die Veranstaltung wurde gefördert durch das Umweltbundesamt und Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.