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Grünerlen schwenden bei Schnee und Stimmung

© Katharina Mayer

Am 24./25.09.2018 führte uns ein Freiwilligeneinsatz im Rahmen unseres Projekts Whatsalp youth ins Spitzinggebiet, genauer gesagt auf die Kleintiefentalalm zwischen Taubenstein und Miesing. Die Gruppe bestand diesmal aus 12 Schüler*innen der zwölften Klasse einer Münchner Schule und zwei Lehrerinnen. Die Schüler*innen haben sich dabei alle freiwillig für das Projekt angemeldet.

Von München aus ging es mit BOB und Bus hinauf zum Spitzingsee, dann mit der Taubensteinbahn weiter, wir wollten schließlich genug Zeit für all die Grünerlen haben, die uns erwarteten. Als wir aus der Bahn stiegen, machte sich der Kälteeinbruch bemerkbar, es schneite. Bis zum Taubensteinhaus war es zum Glück nicht weit, aber den ganzen Vormittag fegte ein Schneesturm um die Hütte. So konnte uns Gebietsbetreuer Marco Müller vom Landratsamt Miesbach eine ausführliche Einführung über Raufußhühner geben, samt ausgestopftem Auerhuhn. Außerdem kamen dankenswerterweise die beiden Almbauern der Kleintiefentalalm hoch, die uns einiges über die Funktion und die lange Geschichte der Alm erzählen konnten. Die Alm wird von Jungvieh beweidet, das heißt, die ersten drei Lebensjahre verbringen die Kühe hier oben, bis sie dann im Tal in einem Biobetrieb stehen.

Nach dem Mittagessen hörte der Schnee endlich auf. Mit Astscheren, Arbeitshandschuhen und ganz warmer Kleidung bewaffnet, machten wir uns in das Gebiet direkt gegenüber der Hütte auf. Den ganzen Nachmittag schnitten wir trotz pitschnasser Handschuhe Grünerlen, und häuften  die Latschen, die die Bauern geschnitten hatten, zu großen Haufen auf. Es war eine sehr gute Stimmung, alle halfen mit, irgendwann wurde „wer bin ich“ gespielt und so verging die Zeit wie im Flug bis zum Abendessen.

© Katharina Mayer

Auf einen gemütlichen Hüttenabend mit gutem Essen und einer kalten, aber ruhigen Nacht folgte der nächste Arbeitstag. Zur Verdauung sprangen wir nach dem Frühstück noch auf den Taubenstein, dann ging es weiter. Das Wetter war wärmer, hin und wieder kam sogar die Sonne heraus, so dass wir zügig vorankamen und bis zum Nachmittag eine ganze Wiese von Gebüsch befreit hatten. Hier mussten wir immer wieder darauf achten, dass wir keine Heidelbeeren abschneiden, die immer wieder zwischendrin wuchsen, da diese dem Birkhuhn als Nahrung dienen. Dann war der Arbeitsteil schon vorbei. Wir sahen uns noch die alten, denkmalgeschützten Almgebäude an, dann machten wir uns wieder auf Richtung München.

Dank einer hochmotivierten Gruppe von Schüler*innen und Lehrerinnen haben wir viel mehr geschafft als wir vermutet haben. Alle Seiten wünschen sich eine Fortsetzung des Projekts. Nicht nur, weil es noch viel zu tun gibt, sondern auch, weil das Erlenschneiden eine sehr befriedigende und schöne Aufgabe ist. Vielleicht ist also der nächste Arbeitseinsatz näher als wir denken.