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Für 50 Euro klimafreundlich durch die Alpen

YOALIN-Reisende vor der Abfahrt mit dem Nightjet – Bild: Sarah Kaleta

100 Jugendliche aus allen Alpenländern haben sich im Juli und August mit dem Youth Alpine Interrail (YOALIN) Pass für nur 50 Euro mit dem Zug auf Entdeckungsreise in den Alpen gemacht. Das Ticket geht auf eine Initiative des CIPRA Jugendbeirats zurück, der damit Bewusstsein für nachhaltiges und erschwingliches Reisen im Alpenraum schaffen möchte. Am 20. September fand in Bern (CH) die Abschlusszeremonie des diesjährigen Projekts statt.

Mangelnde Verbindungen, lange Fahrzeiten und hohe Ticketpreise sind Faktoren, die uns mitunter davon abhalten öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.  Doch wie wäre es, wenn man für 50 Euro einen Monat lang durch die Alpen reisen könnte? Mit dem Youth Alpine Interrail Pass wurde dieses attraktive Angebot in diesem Sommer für junge Reisende im Alter zwischen 16 und 27 Jahren Realität. Mit dem Ticket war es möglich, an sieben Tagen innerhalb der Monate Juli oder August auf der Schiene die acht Alpenländer zu bereisen.

Die Idee für das Ticket geht auf den CIPRA Jugendbeirat zurück. „Da wir Mitglieder vom CIPRA Jugendbeirat selbst sehr viel mit Bus und Bahn in den Alpen  unterwegs sind,  liegt uns das Thema nachhaltige Mobilität besonders am Herzen“, so CIPRA Jugendbeirätin Luisa Deubzer, „mit dem YOALIN Ticket wollen wir jungen Leuten einen Anreiz schaffen, klimafreundlich mit dem Zug die Alpen zu entdecken und damit eine Alternative zur Urlaubsreise mit dem Auto oder dem Flugzeug bieten.“

100 Jugendliche haben diese Möglichkeit dankend angenommen. Aufgrund der Finanzierung des Projekts war das Kontingent auf diese Anzahl von Tickets begrenzt. Die Vergabe erfolgte auf der Grundlage von Motivationsschreiben, die die über 400 BewerberInnen für die Tickets im Vorfeld verfasst haben. Die ausgewählten Reisenden wurden schließlich dazu aufgerufen, durch Social Media und auf der Projektwebsite von ihren Erlebnissen zu berichten. Hervorgegangen ist eine bunte Sammlung von Texten und Fotos, die einen auf sehr persönliche Weise in die vielfältige Welt des Alpenraums und das Abendteuer Interrail eintauchen lässt.

Preisverleihung bei der YOALIN Abschlusszeremonie – Bild: davidschweizer.ch

Die zehn besten Reisefotos und -texte wurden schließlich bei der am 20. September 2018 im Alpinen Museum in Bern stattfindenden Abschlusszeremonie gekürt, zu der alle YOALIN-Reisenden eingeladen waren. Dabei zeigten sich die TeilnehmerInnen begeistert von den Möglichkeiten, die ihnen das Youth Alpine Interrail Ticket bot. „Dank des flexiblen Interrail-Tickets konnte ich spontan, günstig, nachhaltig und umweltfreundlich mit dem Zug reisen. Dabei durfte ich verschiedenste Gebirgslandschaften kennenlernen und viele nette Bekanntschaften machen“, fasst der Reisende Jonas Voit die Vorteile des Youth Alpine Interrail Passes zusammen.

Jonas, der zurzeit in München studiert, war mit dem Ticket drei Wochen lang in den Slowenischen, Österreichischen, Italienischen und Schweizer Alpen unterwegs. Fasziniert war er unter anderem von den unterschiedlichen Ausprägungen des Tourismus im Alpenraum: „Besonders eindrücklich fand ich die regionalen Unterschiede bei den Tourismusformen: Während im einen Tal intensiver Massentourismus betrieben wurde, setzten Bergsteigerdörfer im Nachbartal auf Konzepte des sanften Tourismus“. Am Wolayersee in Kärnten (AT) gelang ihm an einem ruhigen Morgen ein wunderschönes Sonnenaufgangsfoto, das von der Jury zu Recht unter die besten Reisefotos gewählt wurde.

Sonnenaufgang am Wolayersee – Bild: Jonas Voit

Eine weitere Reisende aus Deutschland, die einen Preis erhielt, war Jana Meus. Ihre Reise führte sie aus dem Norden Bayerns in die Schweizer Alpen. Das eindrücklichste waren für Jana dabei die Menschen, denen sie auf ihrer Interrail Fahrt begegnete. „Durch das Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln trifft man so unglaublich schnell auf andere Reisende und findet sich abrupt in witzigen bis tiefen Gesprächen wieder“, schildert sie in ihrem Reisebericht und erzählt von einer Begegnung mit einer israelischen Familie, der Einladung durch einen Älpler und drei Franzosen, die sie in ihrem Bus mitgenommen haben. Ihr preisgekröntes Foto entstand übrigens, so wie es sich für eine passionierte Kletterin gehört, bei einem Kletter-Ausflug auf der Möntschelenalp (CH).

Möntschenalpe mit Regenbogen – Bild: Jana Meus

Wenn sich die bei der Abschlusszeremonie in Bern anwesenden YOALIN-Reisenden, CIPRA Beteiligen, VetreterInnen aus Politik und Verwaltung sowie Abgesandten der Alpenkonvention über etwas einig waren, dann, dass es unbedingt einer Fortsetzung dieses außergewöhnlichen Projekts bedarf. Zu hoffen ist, dass die entsprechenden Ministerien auch im nächsten Jahr die nötigen Finanzmittel dafür bereitstellen. Es gilt dabei die Anstrengungen zu intensivieren, damit das Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln, wie mit dem Youth Alpine Interrail Pass, zur Norm wird und nicht die Ausnahme bleibt – uns und den Alpen zu Liebe!

Mehr Informationen zum Youth Alpine Interrail Pass und die Reiseberichte finden sich auf der Projektwebsite unter www.yoalin.org!