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Die Alpen im Wandel – Periphere Regionen zwischen Brachland und Hoffnung

20.09.2010

Von 14. bis 16. Oktober 2010 beschäftigt sich die Internationale Alpenschutzkommission CIPRA an ihrer alljährlichen Jahresfachtagung am Semmering/A mit den Herausforderungen und Zukunftsperspektiven peripherer Regionen im Alpenraum. Vom gegenwärtigen Urbanisierungstrend unmittelbar betroffen, muss jede Randregion für sich den geeignetsten Weg finden, um die Daseinsgrundfunktionen vor Ort aufrecht zu erhalten. Die CIPRA möchte mit ihrer Veranstaltung einen Beitrag dazu leisten, indem sie Chancen und Perspektiven für diese Regionen aufzeigt.

Periphere Regionen zwischen Brachland und Hoffnung. Blick das Koschuta-Hochtal an der slowenisch-österreichischen Grenze mit der kleinsten Gemeinde Kärntens, Zell-Sele, im Hintergrund. © CIPRA
Zeugen der Zeit – Ruine im Südtiroler Ahrntal. © CIPRA
Aufgegebenes Bauernhaus im Tiroler Lechtal – bald schon Zukunft vieler peripher gelegener, ländlicher Alpenregionen? © CIPRA

Was tun, wenn der Bus nicht mehr fährt, es keine Schule mehr gibt im Ort, der Dorfladen und das Postamt dichtmachen, mehr und mehr Flächen brach liegen und das Älterwerden in der gewohnten Umgebung zur Herausforderung wird? Dieses Schicksal teilen viele peripher gelegene Alpenregionen gleichermaßen; deren Zukunft wird immer ungewisser.
Die Internationale Alpenschutzkommission CIPRA beschäftigt sich von 14. bis 16. Oktober an der Jahresfachtagung 2010 am Semmering/A mit den Risiken und Chancen, die diese Entwicklung den peripheren Regionen bringt. Anhand konkreter Beispiele werden mögliche Szenarien sowie ökonomische, soziale und umweltpolitische Bedingungen und Konsequenzen der Landflucht diskutiert.

Klimawandel als Chance
So vielfältig die peripheren Regionen im Alpenraum sind, so vielfältig sind auch die Entwicklungsszenarien. Der Klimawandel beispielsweise könnte sich für gewisse Regionen in den Alpen als wahre Chance erweisen. Wenn es in den mediterranen Gebieten zu heiß für Urlaub wird, sind die Alpen als „Kühlräume“ wieder attraktiv für Reisende; die Menschen fahren wieder zur Sommerfrische in die Berge.
Auch als Luftkurort oder zur Therapie chronisch kranker PatientInnen könnte sich der Alpenraum hervortun. Für andere Orte wiederum kann die Direktvermarktung regionaler Produkte ein möglicher Ausweg sein, um die Strukturen vor Ort zu erhalten und damit der Hoffnungslosigkeit zu entrinnen.

Vorsicht vor Einheitslösungen
Allgemeingültige Zukunftsmodelle gibt es jedoch nicht. Die CIPRA warnt vor Einheitslösungen, die wie eine Glocke über diese strukturschwachen Regionen gestülpt werden sollen. Die Einzigartigkeit des Alpenraums liegt in seiner unermesslichen Vielfältigkeit, die es auch künftig zu erhalten gilt.
Letztlich darf nicht vergessen werden, dass gerade die peripheren Regionen Garanten sind für gute Luft, sauberes Wasser, Artenvielfalt, landschaftliche Schönheit und Erholung – Ressourcen, die auch für die Städter von großem Interesse sind. Schon alleine deshalb sollte eine lebenswerte Zukunft dieser Regionen ein besonders Anliegen für die gesamte Bevölkerung sein.


Rückfragen sind zu richten an:
Helmut Kudrnovsky, Geschäftsführer CIPRA Österreich, +43 (0)1 40113 36
Nadine Pfahringer, Alpenkonventionsbüro CIPRA Österreich, +43 (0)512 59547 43
www.cipra.at 

 

Hinweis

Die Publikation der Fotos ist nur in Verbindung mit der Medienmitteilung der CIPRA erlaubt. Weiteres Bildmaterial auf Anfrage.



Weiterführende Dokumente
application/pdf - 29.8 kB
Medienmitteilung zur CIPRA-Jahresfachtagung 2010
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