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Zwischen Abwanderung und Erschliessungsdruck

Gute Stimmung bei den Teilnehmenden des I-LivAlps «Wohnen und Arbeiten»-Workshop im Gemeindesaal Schellenberg. © CIPRA

Wie wir wohnen und arbeiten, ist eine sehr persönliche Frage. Für die Antwort braucht es auch die Politik und die Wirtschaft. Nötig sind Kooperationen und gute Rahmenbedingungen. Dies war eine Erkenntnis am CIPRA-Workshop von «I-LivAlps» vom Wochenende in Liechtenstein.

Die Trennung von Wohn- und Arbeitsort gibt unseren Alltagsrhythmus vor. Der Siedlungsdruck in prosperierenden Alpenregionen nimmt zu, während EinwohnerInnen peripherer Regionen abwandern oder lange Pendelstrecken in Kauf nehmen müssen. Die Frage, wie wir wohnen und arbeiten, ist somit nicht nur eine persönliche, sondern hat auch Auswirkungen auf die Gesellschaft. Die vielfältigen Aspekte und Perspektiven des Themas «Wohnen und Arbeiten» diskutierten rund 50 Jugendliche, ExpertInnen und CIPRA-VertreterInnen von 2. bis 4. Februar 2017 in Schellenberg, Liechtenstein. Der «I-LivAlps»-Workshop ist die dritte von vier Veranstaltungen im Rahmen des gleichnamigen, vom EU-Programm Erasmus+ und der Stiftung CARIPLO geförderten Projekts.

In städtischen Regionen dominieren Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor, im ländlichen Raum solche in der Produktion oder in der Verarbeitung, wie Federica Corrado, Präsidentin von CIPRA Italien, ausführte. «New Highlanders, Menschen aus städtischen Regionen, die es in abgelegene Regionen zieht, können Innovation und neue Arbeitsplätze bringen.» Die Frage sei, wie Gemeinden und Regionen diesen Trend begleiten können. Welchen Stellenwert das traditionelle Handwerk in Österreich hat für die Identität und als Wirtschaftsfaktor, legte Heidrun Bichler-Ripfel vom Institut für Angewandte Gewerbeforschung dar. Anziehungskraft und sozialer Status entsprechender Berufe nähmen ab, während die Erfolgsaussichten schwinden würden bei gleichzeitiger Kostensteigerung.

Neue Chancen bieten sich, indem lokale Ressourcen wertgeschätzt und in Wert gesetzt und mit Trends wie der Digitalisierung verbunden werden, zum Beispiel mit Co-Working-Spaces. Dafür braucht es einen Austausch und die Kooperation verschiedener Menschen, Institutionen und Organisationen. Der interaktive Workshop war ein Beitrag dazu. Die CIPRA wird die Ideen und Erkenntnisse weitertragen, unter anderem im Rahmen des Projekts alpMonitor.

Quellen und weitere Informationen:

www.cipra.org/de/I-LivAlps, www.cipra.org/de/alpmonitor/wohnen-und-arbeiten,  

www.bmwfw.gv.at/Presse/Documents/161125_Handwerksstudie_210x260_BF.PDF