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Wohin zieht es die Alpenstrategie?

Günther Platter, Landeshauptmann von Tirol, stellt das Programm der Tiroler Eusalp-Präsidentschaft in Innsbruck/A vor. © CIPRA

Seit Januar führt das Land Tirol/A den Vorsitz der europäischen Strategie für die Alpen. In diesem Jahr entscheidet sich, wie die Strategie in die Praxis umgesetzt wird.

Wenn das österreichische Bundesland Tirol heute, dem 7. Februar 2018, nach Innsbruck/A zur Auftaktveranstaltung lädt, ist dies zugleich der Beginn eines entscheidenden Jahres. Vor zwei Jahren wurde die Europäische Strategie für die Alpen (Eusalp) aus der Taufe gehoben. Heute übernimmt Tirol nach Slowenien und Bayern/D die dritte Präsidentschaft. Doch noch immer sind viele Fragen offen. Im letzten Jahr ging es vor allem darum, dass sich die verschiedenen AkteureInnen annähern und sich die Prozesse einspielen. Dieses Jahr zeigt, wie die Alpenstrategie umgesetzt wird.

Mobilität, Ausbildung und Arbeitsmarkt, natürliche Ressourcen, Naturgefahren und Energie: Die inhaltlichen Schwerpunkte für die Eusalp hat Tirol gesetzt. Vor allem der Verkehr, insbesondere die Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene, stehen im Fokus. Das österreichische Bundesland ist mit der Brenner-Autobahn stark vom alpenquerenden Güterverkehr betroffen. Doch die Interessenslage ist kontrovers.

«In der Eusalp finden sich verschiedene Interessenslagen, die nicht immer miteinander vereinbar sind. Ein Ausgleich ist hier wichtig», betont Andreas Pichler, Geschäftsführer von CIPRA International. Es drohe die Gefahr, dass sich AnhängerInnen kurzfristiger Wachstumsideen durchsetzten – worauf die CIPRA im Herbst 2017 mit einem Offenen Brief aufmerksam machte.

Die Gesellschaft – insbesondere die Jugend – sei das Fundament einer demokratisch abgestützten und gelebten Strategie. Einen ersten Schritt in Richtung Partizipation hatte das Eusalp-Konsortium an ihrem Jahresforum 2017 gemacht mit dem Einbezug von Jugendlichen.

2018 hat Österreich neben der Eusalp auch den Vorsitz in der Alpenkonvention und übernimmt im zweiten Halbjahr die EU-Ratspräsidentschaft. Kurze Wege führen nicht automatisch zu mehr Zusammenarbeit, wie Peter Hasslacher, Präsident von CIPRA Österreich, feststellt: «Bis jetzt haben wir noch keine koordinierenden Aktivitäten bemerkt. Die Ratifizierung des Durchführungsprotokolls 'Naturschutz und Landschaftspflege' durch die EU zum Beispiel steht nach wie vor aus.»

 

Quellen und weitere Informationen:

www.tirol.gv.at/tirol-europa/eu-alpenstrategiewww.cipra.org/de/positionen/offener-brief-eusalp-generalversammlung-im-november-2017www.tt.com/politik/landespolitik/13540083-91/tirol-will-lkw-kollaps-in-alpen-verhindern.cspwww.alpine-region.euwww.alpconv.org/de/convention/framework/Documents/protokoll_d_naturschutz.pdf

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