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Wer gut informiert ist, kann besser entscheiden.

Im Internationalen Jahr der Zusammenarbeit im Bereich Wasser legte die CIPRA einen starken Fokus auf diese wichtigste Ressource der Alpen. Die Aktivitäten erreichten viele Menschen, regten Diskussionen an und ermöglichen damit neue Lösungen.

"Es ist eine wichtige Aufgabe der CIPRA, die Menschen zu sensibilisieren und ein Gefühl für Verantwortung aufzubauen", sagt Thomas Aichner, Direktor der Marketinggesellschaft Meran. Er bringt auf den Punkt, was die CIPRA mit ihrer Öffentlichkeitsarbeit bewirkt: Lösungen greifen besser, wenn die Menschen informiert sind und die Positionen anderer kennen und verstehen. Aichner sprach anlässlich der Jahresfachtagung "Wassertrog Alpen" von Oktober 2013 in Bozen/I.
Im Internationalen Jahr der Zusammenarbeit im Wasserbereich hat sich die CIPRA dem Thema von verschiedenen Seiten genähert. An der Tagung in Bozen setzten sich Fachleute, Alpen­interessierte, Jugendliche und weitere Betroffene während dreier Tage mit der Frage auseinander, wer die Verantwortung für das Wasser-Management trägt. Auch die Medien berichteten fleissig darüber. Die Grundlagen für die Diskussionen legte die CIPRA mit dem Themenheft SzeneAlpen "Alpenwasser, hoch im Kurs". Es veranschaulicht die Herausforderungen, die auf die Alpen im Wasserbereich zukommen. Basierend auf Fachbeiträgen und Beispielen werden Lösungen skizziert. Artikel in verschiedenen Publikationen und eine Online-Dokumentation runden die Kommunikation zum Wasser-Jahr ab. Am Ende der fundierten Auseinandersetzungen zeichnen sich drei zentrale Erkenntnisse ab:

-Der Klimawandel hat grosse Auswirkungen auf den Wasserhaushalt der Alpen. Spätestens 2050 nimmt der Wasserabfluss aus den Gletschern ab; die Alpen verlieren damit ihre Funktion als Trinkwasserspeicher. Georg Kaser vom Institut für Meteorologie und Geophysik der Universität Innsbruck/A, sagt: "Wir entscheiden heute, in welche Richtung wir gehen."

-Die angestrebte Energiewende bedroht die Natur in den Alpen. Es fehlt eine Güterabwägung zwischen den Leistungen der erneuerbaren Energieträger, wie der von Wasserkraft, und der Ökosysteme. Mario Broggi, einstiger CIPRA-Präsident und Alpenexperte, warnt: "Landschaft ist nicht erneuerbar."

-Es gibt einen Trend zur Privatisierung. Wasser muss jedoch Allgemeingut bleiben, "denn nur die öffentliche Hand kann über Gesetze und Abgaben eine gerechte Verteilung garantieren", so Stefan Kunz, Geschäftsführer von aqua viva - Rheinaubund.

Die Verantwortung zum Handeln nimmt auch die CIPRA wahr. Die Erkenntnisse aus dem Wasser-Jahr bringt sie in ihre Projekte und die politischen Gremien der Alpenkonvention ein. Sie ist geduldig, denn sie weiss: Veränderungen geschehen nicht von heute auf morgen. Umso wichtiger ist es, dass wir heute
damit beginnen.

Barbara Wülser
CIPRA International

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Wasser in vielen Facetten
Die internationale Tagung "Wassertrog Alpen" fand von 10. bis 12. Oktober 2013 an der Eurac in Bozen/I statt. Das Themenheft SzeneAlpen Nr. 98 "Alpenwasser, hoch im Kurs" legt dar, warum die wichtigste Ressource Allgemeingut bleiben muss. Das compact "Wasser im Klimawandel" liefert einen Überblick über den Forschungsstand mit Hintergrundinformationen, Forderungen und Beispielen. Alle Publikationen, Video-Interviews und Online-Präsentationen sind auf der Website verfügbar.
www.cipra.org/de/jf2013
www.cipra.org/szenealpen
www.cipra.org/cc.alps-compacts

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Quelle: Jahresbericht 2013, CIPRA International, www.cipra.org/jahresberichte