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Welchen Schutz brauchen Schutzgebiete?

(c) Stefan Witty, CIPRA Deutschland

Die Alpen sind ein Hort biologischer Vielfalt. In Zukunft wird diese Bedeutung noch zunehmen, wenn steigende Temperaturen das Überleben für viele Arten in niedrigeren Lagen gefährden.

Konkreter als der Klimawandel und für jedermann sichtbar sind die Folgen des wachsenden Nutzungsdrucks durch die Menschen. Siedlungen, Gewerbebauten und Verkehr beanspruchen immer mehr Flächen. Die letzten naturnahen Gewässer in den Alpen drohen für die Erzeugung von Wasserkraft verbaut zu werden. Vor diesem Hintergrund hat  CIPRA Deutschland 2013 ein alpenweit beachtetes Positionspapier zur Energiewende zur Diskussion gestellt.

Der Erhalt der Biodiversität setzt einen ausreichend grossen und vernetzten Biotopverbund voraus. Doch die Erfahrung lehrt, dass auch Schutzgebiete nicht vor Einschränkungen und neuen Nutzungsansprüchen gefeit sind. Deswegen hat CIPRA Deutschland in Zusammenarbeit mit CIPRA International das Schicksal eines konkreten Schutzgebiets – das Landschaftsschutzgebiet Egartenlandschaft im Landkreis Miesbach – dem Überprüfungsausschuss der Alpenkonvention vorgetragen. Die ursprüngliche Verordnung ist 20 Mal abgeändert worden, zuletzt für eine Brauereiabfüllanlage, eine Viehversteigerungshalle, einen Hotelkomplex mit Golfplatz und einen weiteren, 85 Hektar grossen Golfplatz.

Das Naturschutzprotokoll der Alpenkonvention verlangt dagegen, dass bestehende Schutzgebiete im Sinne ihres Schutzzwecks zu erhalten, zu pflegen und, wo erforderlich, zu erweitern sind. Eine Beeinträchtigung oder Zerstörung von Schutzgebieten ist demnach zu vermeiden. Wie, so fragt CIPRA Deutschland die PolitikerInnen auf Bundes-, Landes- und Kreisebene, sind Pflanzen, Tiere und biologische Vielfalt der Alpen zu schützen und zu erhalten, wenn nicht in einem gut vernetzten und gemanagten Verbund von Schutzgebieten?

www.cipra.de

Quelle: Jahresbericht 2014, CIPRA International, www.cipra.org/jahresberichte