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Wegweisender Entscheid für den Moorschutz

Die Moorlandschaft am Grimsel steht seit 1934 unter nationalem Schutz. (c) Grimselverein / Christoph Hurni

Fast drei Jahrzehnte lang haben sie gekämpft. Nun haben die Moorschützer Recht bekommen: Die Staumauer am Schweizer Grimselpass darf nicht erhöht werden.

Die geschützte Moorlandschaft am Grimsel reicht bis zum Stausee. Deshalb darf die Staumauer nicht erhöht werden. So lautet das Urteil des Berner Verwaltungsgerichts. Das Urteil der fünf RichterInnen fiel einstimmig aus. Deshalb, so die Vermutung von Peter Anderegg, würde es auch vom Schweizer Bundesgericht bestätigt, sollte es denn weitergezogen werden. Der Präsident des Grimselvereins freut sich: «Wir haben dieses Resultat erwartet, aber nicht in dieser Klarheit.» Mit der Erhöhung der beiden Grimselsee-Staumauern um 27 Meter wollte die Kraftwerke Oberhasli AG die Speicherkapazität des Stausees fast verdoppeln.

Mit dem Urteil wird ein 28 Jahre dauernder Konflikt beendet. Sieger ist die einzigartige Moorlandschaft auf dem Grimselpass. Das Gebiet ist seit 1934 unter nationalem Schutz. «Wir haben nichts anderes gemacht, als eine Selbstverständlichkeit, eine Normalität zu schützen», so Anderegg.

Aber auch andere Moorlandschaften in der Schweiz profitieren. Denn das Urteil hat wegweisenden Charakter. Es zeigt laut Anderegg, dass nach geltendem Recht keine Interessensabwägung möglich ist in einer geschützten Moorlandschaft. Grundlage ist die Rothenturm-Initiative, die in den 1980er Jahren per Volksabstimmung angenommen wurde und den Schutz der Moore in der Verfassung verankerte. Ohne das Grimsel-Urteil drohte den wenigen noch existierenden Moore in der Schweiz zerschnitten, geflutet, überbaut oder trocken gelegt zu werden.

www.grimselverein.ch/aktuell/aktuell.html