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Verjüngung für die Berglandwirtschaft

Oft bleibt die Nachfolge bei bergbäuerlichen Kleinbetrieben aus. © Uwe Häntsch_flickr

Immer weniger junge Menschen möchten Landwirte werden. Fehlt die Nachfolge, schliesst der Betrieb. Vermisst werden Anerkennung und Anreize – von EU-Politik bis Partnersuche.

«Wer einmal einen Hof verlässt, kommt selten zurück», stellt Rok Damijan, Obmann der Slowenischen Landjugend (ZSPM), fest. Die Entwicklung in Slowenien ähnelt jener in anderen Alpenländern: Seit 1980 wurden mehr als die Hälfte aller landwirtschaftlichen Betriebe aufgegeben, viele davon mangels Nachfolgeregelung. Der Abwärtstrend setzt sich fort. Bergbäuerliche Kleinbetriebe sind besonders betroffen.

Die Berglandwirtschaft trägt zur lokalen Nahrungsmittelsicherheit und zum Umweltschutz bei. Sie hilft, den ländlichen Raum zu entwickeln und pflegt das kulturelle Erbe. Die Alpenkonvention fordert im Protokoll «Berglandwirtschaft» dazu auf, diesen Leistungen Rechnung zu tragen. Die Gemeinsame Agrarpolitik der EU nimmt sich der Berglandwirtschaft zwar an und hat kürzlich eine eigene Förderschiene für junge LandwirtInnen eingerichtet. Die Anreize reichen aber nicht aus, um die Nachteile der Berglandwirtschaft gegenüber jener im Flachland auszugleichen. Zu schwierig sind die topographischen Bedingungen, zu klein die vorhandenen Nutzflächen, zu hoch die Bodenpreise.

Geld allein reicht nicht

Neben finanzieller Unterstützung braucht es regionale Produktions- und Vermarktungsstrategien sowie internationale Anerkennung von Produkten aus nachhaltiger Landwirtschaft und kleinen Betrieben, wie es die CIPRA seit langem fordert. Zusätzliche Impulse kann die Zusammenarbeit mit anderen Sektoren wie Tourismus, Handwerk, Forst und Energie liefern. Die Berglandwirtschaft hat sich in jenen Regionen in den Alpen am besten gehalten, in denen touristische Aktivitäten verankert sind. Der Tourismus bietet Möglichkeiten eines Nebenerwerbs und für die lokale Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen. Gepflegte Höfe und Kulturlandschaften wiederum stärken den Tourismus.

Berglandwirtschaft gedeiht besser in einem belebten ländlichen Raum. Chancen sieht Damijan hier im Zusammenbringen junger Menschen, wie es die ZSPM versucht. «Wir wollen den Betroffenen zeigen, dass sie nicht alleine sind.» Nebenher sollen diese Treffen auch dabei helfen, eine Partnerin oder einen Partner zu finden. «Da lernt man leichter jemanden kennen, der weiss, wie das Leben auf einem Hof ist. Die Partnersuche ist ein grosses Thema unter den jungen LandwirtInnen.»

 

Quellen und weiterführende Informationen:

www.zspm.si/index.php (sl), www.cipra.org/de/publikationen/336, www.researchgate.net/publication/311649639_Entwicklung_der_Landwirtschaft_im_Alpenraum, www.alpconv.org/de/convention/framework/Documents/protokoll_d_berglandwirtschaft.pdf, ec.europa.eu/agriculture/cap-funding/young-farmers_de, www.sbb.it/home/news-detail/index/2017/04/27/starke-position-f-r-europ-ische-berggebiete, bayern.de/wp-content/uploads/2016/11/17_05_03-projektblatt-ag-6-zukunftswerkstatt-berglandwirte.pdf

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