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Vereint gegen den Transitverkehr

Um den Transitverkehr durch die Alpen zu reduzieren, ist mehr Engagement der Politik gefragt. © Caroline Begle

CIPRA Italien. Italien ist grösstenteils vom Mittelmeer umgeben, aber im Norden wird das Land in einem weiten Bogen von den Alpen umschlossen. Über den Seeweg gelieferte Güter werden von Italien aus nach ganz Europa verteilt, und europäische Produkte über italienische Häfen verschifft.

Insgesamt erfolgen rund 90 Prozent der Transporte, inklusive des Personenverkehrs, über die Strasse. Damit ist der alpenquerende Verkehr für Italien von zentraler Bedeutung.

Obwohl Strassenverbindungen bereits gut ausgebaut sind, werden immer wieder neue Projekte für den Bau hochrangiger Alpenstrassen ersinnt. Der Verkehrsausschuss des EU-Parlaments legte dem Plenum 2016 einen Bericht zur Abstimmung vor, der unter anderem die Verlängerung der Alemagna-Autobahn als neue alpenquerende Transitroute zwischen München/D und Venedig/I vorsah. Gemeinsam mit CIPRA International und weiteren CIPRA-Vertretungen intervenierte CIPRA Italien beim Verkehrsausschuss des Europaparlamentes gegen den weiteren Ausbau alpenquerender Transitverbindungen. Der Appell wurde gehört: Das EU-Parlament lehnte entsprechende Passagen in einem Bericht mit grosser Mehrheit ab.

Mit der Unterstützung von Verkehrsfachleuten veröffentlichte CIPRA Italien zudem einen Bericht über die Situation des Transitverkehrs an den Alpenübergängen. Daraus geht unter anderem hervor, dass die italienische Regierung viele wirtschaftliche, steuerliche und organisatorische Massnahmen, welche die Verlagerung des Verkehrs von der Strasse auf die Schiene voranbringen sollten, noch nicht umgesetzt hat. Auch die anderen Alpenländer haben hier Nachholbedarf. Denn ohne flankierende Massnahmen wird es nicht gelingen, die Klimaschutzziele zu erreichen.

www.cipra.org/italien