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Standpunkt: Grossräumig denken, kleinräumig handeln

Aurelia Ullrich-Schneider ist Leiterin der Projekte Ökologisches Kontinuum, recharge.green und green.alps

Die ökologische Vernetzung führt durch Räume, die von vielen beansprucht werden. Warum Politik und Verwaltung mit Instrumenten der Raumplanung eigentlich das Potential hätten, die Vielfalt der Arten und alpinen Landschaften zu sichern, sagt Aurelia Ullrich-Schneider, Projektleiterin für Biodiversität und Landschaft bei CIPRA International.

Um die Artenvielfalt in den Alpen zu erhalten, müssen Naturräume miteinander verbunden sein. Diese ökologische Vernetzung kann nicht nur auf lokaler Ebene bewältigt werden. Gemeinden leisten im Kleinen viel für den Naturschutz. Meistens fehlt ihnen jedoch der grossräumige Blick, damit ihre Aktivitäten langfristig zu einem regionalen ökologischen Verbund beitragen. Auch mangelt es oft an verbindlichen Planungsvorgaben. Ein Haus, gebaut an einer Schlüsselstelle für die Verbindung zweier Lebensräume, ist für einige Tierarten ein unüberwindbares Hindernis.

Die ökologische Vernetzung findet vor allem ausserhalb von Schutzgebieten statt. Sie braucht die Landwirtschaft, den Tourismus, die Verkehrsplanung und viele andere Bereiche. Ihre VertreterInnen haben zum Teil unterschiedliche, sich widersprechende Ziele. Ihnen ist die Verantwortung, die sie für den Erhalt der Biodiversität tragen, oftmals nicht bewusst.

Die Klammer der ökologischen Vernetzung ist die Raumplanung. Sie muss dafür sorgen, dass übergeordnete Ziele zum Schutz der Biodiversität nicht Einzelinteressen geopfert werden. Die politischen EntscheidungsträgerInnen und MitarbeiterInnen der Verwaltung müssen Instrumente der Raumplanung, z. B. Flächenwidmungspläne, effektiver nutzen, um zwischen den verschiedenen Interessen zu vermitteln und Raum für Artenvielfalt zu schaffen – auch über die Grenzen hinweg.

Diese und weitere Erkenntnisse aus dem greenAlps-Projekt stehen anlässlich der Schlusstagung von 13. bis 15. Oktober 2014 in Chambéry/F zur Diskussion.