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Standpunkt: 25 Jahre Alpenkonvention sind nicht genug

Katharina Conradin ist Präsidentin von CIPRA International © Martin Walser

Wir feiern 25 Jahre Alpenkonvention – und bedauern, dass es mit der Umsetzung hapert. Damit die gesteckten Ziele erreicht werden, müssen wir sie immer wieder einfordern, bilanziert Katharina Conradin, Präsidentin von CIPRA International.

Die Erwartungen waren hoch, als die Umweltminister der Alpenländer 1991 in Salzburg/A das Übereinkommen zum Schutz der Alpen – die Alpenkonvention – unterzeichneten. Die CIPRA und viele ihrer Mitstreiter erhofften sich davon einen entscheidenden Beitrag, dass die Alpen zum grünen Paradies in Europa würden. Davon sind wir noch ziemlich weit entfernt – und dafür gibt es Gründe.

Jede internationale Konvention braucht eine geeignete Umsetzungsstrategie auf nationaler Ebene. Die unterzeichnenden Staaten müssen also die Ziele und die Regeln der Alpenkonvention in ihren Verfassungen und Gesetzeskodexen verankern. Doch hier zeigt sich eine zentrale Herausforderung: Der systemische und sektorübergreifende Ansatz der Alpenkonvention – sie umfasst Themen von Bodenschutz bis hin zu Verkehr oder Tourismus – steht im Widerspruch zur sektoralen Organisation der Alpenstaaten, wo meist ein einzelnes Ministerium, zumeist das Umweltministerium, die Hauptverantwortung für die Alpenkonvention trägt. Die verantwortlichen Ministerien tun sich naturgemäss schwer, die Ziele der Alpenkonvention in den anderen Ministerien 1:1 durchzusetzen.

Doch es wäre zu kurz gegriffen, die Umsetzung der Alpenkonvention – und damit die Tatsache, dass sich nicht alle Erwartungen erfüllt haben – allein den Vertragsparteien anzulasten. Letztlich braucht es dafür, dass sich die Alpen zu einer Vorzeigeregion der nachhaltigen Entwicklung mausern, mehr als «nur» die Alpenkonvention. Die Alpenkonvention ist politische Richtschnur und Vision, doch ebenso braucht es ein gesellschaftliches Grundverständnis über die Richtung, in die sich die Alpen entwickeln sollen. Und dieses wird nie alleine von oben bestimmt, sondern wächst mit unzähligen Initiativen, engagierten Menschen und Partnern aus Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt von unten. 

Es liegt also in der Verantwortung von uns allen, für eine zukunftsfähige und umweltverträgliche Entwicklung einzustehen und das Potenzial der Alpenkonvention zu nutzen, so wie wir es im Jahresbericht 2015 aufzeigen, den wir der Alpenkonvention widmen. Die CIPRA wird auch in den nächsten 25 Jahren für diese Ziele einstehen und zur Umsetzung der Alpenkonvention beitragen.

www.cipra.org/de/cipra/international/publikationen/jahresberichte